Ein Hindernislauf voller Matsch und Herausforderungen – unsere Autorin war da erst einmal skeptisch. Und doch ging sie an ihre Grenzen.

von Kathrin Keller, 26 Jahre

Als ich davon erzählte, dass ich an einem 18-Kilometer-Lauf inklusive 35 Hindernissen durch Dreck und Schlamm teilnehmen werde, lös­te das bei meinen Freunden meist großes Unverständnis aus: „Du spinnst doch!“

Ein wenig kann ich meine Freunde verstehen, die sich fragten, aus welchen Gründen ich mir diese Strapazen eigentlich freiwillig antue. Na ja, fast freiwillig. Tatsächlich war der „Super-Lauf“ irgendwo im Berliner Süden ein Geschenk von meinem besten und sportlichen Freund. Trotzdem fand ich die Idee, über drei Meter hohe Steilwände zu klettern und über schmale Pfade zu balancieren, verlockend.

Muskelkater ohne Ende

Nun habe ich ungefähr eine Million Blessuren an Armen und Beinen und einen Muskelkater, der ganze drei Tage anhielt. Doch das Wichtigste: Ich habe es geschafft! Erst jetzt fange ich an zu realisieren, welche Hürden wir während des Laufs gemeistert haben. Trotz meiner leichten Höhenangst bin ich beinahe gedankenlos über wackelige Säulen und Netze geklettert und regelrecht über mich hinausgewachsen. Das ist ein tolles Gefühl.

Wenn ich nun wieder ganz entspannt im Park gegenüber meine Runden drehe und neue, stylishe Sport-Outfits auf meiner Facebook-Timeline sehe, möchte ich es am liebsten laut herausschreien: Vergesst eure schönen Leggings und Marken-Shirts! Stellt euch neuen Herausforderungen! Fangt an zu schwitzen! Es muss ja nicht sofort ein Marathon sein. Hauptsache, ihr traut euch was. Ganz egal ob mit rotem Kopf oder Schweißflecken.