Mmmmh, gesund. Foto: Fotolia/xiangdong Li

Gesund ernähren – wie funktioniert das eigentlich? Eine Jugendreporterin übernimmt das Küchenzepter


Von Melanie Schröder, 20 Jahre


Nach den Feiertagen liegen die Weihnachtsgans und jede Menge Kekse irgendwie immer noch schwer im Magen, zumindest schwer auf dem Gewissen. Gesundes gab es schließlich maximal in Form ­eines Bratapfels. Und zu allem Unheil haben wir auch nur herumgelegen. Aber neues Jahr, neues Glück. Ich habe da mal was vorbereitet: In der ersten Januarwoche habe ich das Zepter in der Küche übernommen und überlegt, wie ich all den Extrazucker und das Extrafett wieder neutralisieren kann, und zwar bei meiner ganzen Familie.


Gesund essen – ich hatte keine Ahnung, wie das geht. Also holte ich mir Rat bei Janine Lange, die den Familien-Ratgeber „Die Ziege in der Brotbüchse!“ über gesunde Ernährung geschrieben hat. Sie erzählte mir, dass es wichtig sei, vor allem regionale und saisonale Produkte zu verwenden. „Das bedeutet jetzt Kartoffeln, Rüben, Kohl“, sagte sie. „Aber auch daraus lassen sich leckere Dinge zaubern.“ Sie schlug Kartoffeln mit selbst gemachtem Quark oder eine Dinkelpizza vor. Das klang schon mal gut. Noch besser klang aber Folgendes: „Natürlich ist auch Süßes erlaubt. Gerade am Morgen brauchen wir die Kohlenhydrate als Energielieferanten für den Tag. Besser ist es aber, die Schokocreme oder Marmelade auf ein Vollkornbrot zu streichen, das hält länger satt.“


Ich habe gelogen: Natürlich hatte ich eine leise Ahnung davon, wie gesunde Ernährung funktioniert. Mit Obst und Gemüse. Stolz genoss ich das anerkennende Nicken von Ernährungs­beraterin Gabriele Lengning von der AOK. „Es gibt eine einfache Regel: Fünf am Tag!“, sagt sie, „also drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst.“ Dabei sei auch Tiefkühlware erlaubt, die immer frisch verarbeitet werde und viele wichtige Inhaltsstoffe enthalte. Einen Tipp für Koch-Anfänger wie mich hatte die AOK-Expertin auch noch: „Mit der kostenlosen Gesund-Genießen-App und auf unserer Internetseite kann man sich sein Wunschgericht zusammenstellen, zum Beispiel nach bestimmten Zutaten oder der Zubereitungsdauer.“


Bei einem meiner Frühstücks-Pumpernickel mit Quark und Honig fiel mir ein, dass gesunde Ernährung doch auch ein tolles Thema für unsere Redaktionsgroßeltern, die Alter Egos ist. Da meinte unsere Frau Haube: „Ich koche gern selbst. Da weiß man wenigstens, was im Essen drin ist.“ Recht hat sie. Ich habe mir die Inhaltsstoffe von so einem Fertiggericht einmal genauer angeschaut – bei der Hälfte davon wusste ich überhaupt nicht, worum es geht! Herr Höff sah das Thema etwas entspannter und fand die perfekten Schlussworte für diesen Text: „Will man auf selbst ernannte oder auch etablierte Experten hören, darf man eigentlich gar nichts essen. Es gibt sicher für jedes Nahrungsmittel irgendjemanden, der davor warnt. Dass wir trotzdem noch leben, und das womöglich bei bester Gesundheit, ist schon fast provokant. Ich empfehle daher, keine der angekündigten Gefahren auszulassen und von allem etwas zu essen. Am besten aber nicht zu viel, damit ihr in euren Mägen noch genug Platz habt für all das, was morgen als besonders gefährlich angepriesen wird. Das will man sich ja auch nicht entgehen lassen.“


Mehr Tipps für eine gesunde Ernährung findet ihr hier.