Donald Trump: Geschäftsmann, 45. Präsident der USA und Entertainer. Madame Tussauds präsentiert eine neue Attraktion.

Von Julia Sauer, 22 Jahre

Ein Sofa mit Kuschelkissen und Teddybären. Haarspray auf der Kommode. Gekühlte Coca-Cola. Aus der Ferne hört man einen Hubschrauber nahen. Zum Glück ist alles bereit für die Ankunft des Präsidenten. Wir sind bei Madame Tussauds Berlin, wo es bis Ende August die erste „Live-Figur“ zu sehen gibt. Der Präsident: ein Schauspieler mit Silikonmaske, der im „geheimen Hinterzimmer“ eine vierminütige Performance typischer Trump-Moves gibt.

Das wirkt tatsächlich ziemlich echt: Der Schauspieler hat ähnliche Maße wie Trump – weil der bekannt ist für seine kleinen Hände, wurde beim Casting sogar ganz besonders darauf geachtet. Für die perfekte Frisur wurde jedes Haar einzeln eingestochen, für die perfekte Performance wurden Trumps öffentliche Auftritte analysiert.

Angemessen oder nicht?

Viele Geheimnisse werden allerdings nicht enthüllt: Trumps favourite game ist das Einschlagen auf einen Boxsack mit dem Gesicht Angela Merkels, an der Wand hängen mit Edding verunstaltete Altpräsidenten-Porträts. Während Trump seine Autobiografie präsentiert, läuft im Hintergrund der Song „Money, Money, Money“. Die Figur solle komisch und nicht bedrohlich sein, sie solle Vorurteile bestätigen, heißt es von Madame Tussauds. Schließlich sei der Ort ein Haus der Unterhaltung.

Doch zwei Fragen stellen sich: Ob Donald Trump das gewollt hat, als er 1997 seine Maße für eine Wachsfigur nehmen ließ? Und, wichtiger: Ist das eine adäquate Darstellungsform eines Menschen in einer derartigen Machtposition? Die Zeitschrift „Forbes“ rankt Trump als drittmächtigste Person der Welt. Seine Ansichten und sein Auftreten empören viele. Auf (fast?) allen Wegen wird ihm dummerweise ein Atomkoffer hinterhergetragen – mehr Macht und Gefahr geht eigentlich nicht. Von dem Koffer ist nichts zu sehen, als Trump die Bühne verlässt, tanzend, mit Putzwedel in der Hand. Dazu läuft „Sexy And I Know It“.

 

Beitragsbild: GDJ