Männliche Statue
Wenn schon alles schiefläuft, sollte man sich nicht selbst noch weiter fertigmachen.
Die Erfahrung lehrt

Warum es nichts bringt, sich über Fehler zu ärgern

Manchmal läuft einfach so gar nichts nach Plan. Das ist aber kein Grund, jede eurer Entscheidungen zu bereuen, wie “die Erfahrung lehrt”.

Mittwochnacht, Turmstraße. Verzweifelt suche ich mein Fahrrad. Habe ich es wirklich hier abgestellt? Steht mein geliebter Drahtesel vielleicht nicht doch im Innenhof? Leider nicht. Das Fahrrad ist weg – samt Schloss und Erinnerungen. Reue macht sich breit. „Du hättest es besser zu Hause gelassen oder wärst noch besser gar nicht mit der Fachschaft zum Kneipen­abend gegangen! Überhaupt, was wolltest du da ­eigentlich? Bist doch gar kein richtiger Ersti!“, wettert die Stimme in meinem Kopf.

Jeden Moment, den wir weiter mit Grübeln und Ärgern verbringen, bereuen wir später noch mehr.

Spreewild-Autorin Tamina Grasme, 24 Jahre

Eins kommt zum anderen: Beginnend mit dem schmerzenden Verlust des Fahrrads bereue ich nicht nur die vorherige Abendgestaltung, sondern bald auch meine gesamte Semesterplanung. Da hätte ich besser nachdenken sollen. Doch damit nicht genug. Ich verpasse meine Master-Einführungsveranstaltung, dann verabschiedet sich mein Smartphone. Die Woche ist gelaufen. Daraufhin gönne ich mir zwei entspannte Tage mit Freunden im ländlichen Brandenburg. Sofort meldet sich die Stimme zurück: „Du hättest deinen Laptop mitnehmen und an deiner Abschluss­arbeit ackern sollen!”
Ich komme aus dem Bereuen nicht mehr raus. Und irgendwann bereue ich das Bereuen.

Was uns das lehrt? Jeden Moment, den wir weiter mit Grübeln und Ärgern verbringen, bereuen wir später noch mehr. Die einzig mögliche Vorsichtsmaßnahme, sich vor diesem Teufelskreis zu schützen, bleibt der Verzicht. Der Verzicht aufs Bereuen. Es wird sich lohnen, glaubt mir.

Die Erfahrung lehrt: Bereuen bringt nichts. Es ist ja sowieso schon passiert.

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Wenn ich, 22, eine Top 5-Liste mit Sätzen, die ich in den vergangenen drei Jahren am häufigsten gehört habe, aufstellen würde, wäre „Was wird man denn so nach einem Geschichtsstudium?“ ganz weit oben vertreten. Zum Glück habe ich mittlerweile eine Antwort darauf gefunden: Journalistin. Darauf gekommen bin ich durch das Lesen von Harald Martensteins Artikeln, der selber Geschichte studiert hat. Von ihm habe ich auch meinen neuen Zukunftsplan: einfach immer schreiben. Genau das mache ich jetzt hier bei Spreewild, nachdem mir mein Praktikum in der Jugendredaktion so gut gefallen hat.

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