Freundschaft
Wirklich gute Freundschaften überdauern auch eine längere räumliche Trennung.

Warum es nicht schlimm ist, Freunde gehen zu lassen

Schule aus, Freundschaft auch? Viele Absolventen fürchten sich vor der Trennung von ihren besten Freunden. Das ist unnötig, wie „Die Erfahrung lehrt“.

Mit dem Ende der Schulzeit kommt bei vielen angehenden AuPairs, Reisenden, Freiwilligen, Studierenden oder Azubis Abschiedsschmerz auf. Nicht, weil sie die Schule so sehr vermissen werden, sondern weil ein neuer Lebensabschnitt oft auch die räumliche Trennung von engen Freundinnen und Freunden bedeutet.

In der Schule werden Jugendliche gemeinsam erwachsen. Gerade in den letzten Jahren vor dem Abschluss festigen sich viele Freundschaften bei Freistunden, Partys und gemeinsamem Lernen. Da erscheint eine plötzliche Trennung – wohlmöglich auf unbestimmte Zeit – oft dramatisch.

Wie kann man eine Freundschaft aufrecht erhalten, wenn man in unterschiedlichen Zeitzonen lebt, streckenweise ohne Internetempfang dasteht, wenn man plötzlich einen völlig unterschiedlichen Alltag oder kein Geld hat, um sich zu besuchen? Ganz kurz hofft man, dass all die altklugen Erwachsenen, die einem predigten: „Du wirst die Schulzeit später noch vermissen!“ nicht doch Recht hatten.

Einer guten Freundschaft können auch Flugstunden nichts anhaben.

Spreewild-Autorin Laura Patz, 25 Jahre

Mittlerweile habe ich genug solcher Trennungen hinter mir – und fast genau so viele Wiedersehen – um zu wissen, dass sie viel unkomplizierter sind, als befürchtet.

Es mag vielleicht etwas ernüchternd klingen, nimmt aber viel Druck: Manche Freundschaften sind sowieso nicht für immer. Auch nach der Schule entwickeln wir uns weiter, unsere Interessen werden spezieller, unsere Wertvorstellungen regulieren sich. Das lässt auch Freundschaften, die durch einstige Gemeinsamkeiten geprägt wurden, auseinander driften. Hier nicht zwanghaft klammern! Es ist ganz normal, Freunde gehen zu lassen.

Meistens kristallisiert sich aber schnell heraus, ob eine Freundschaft Zukunft hat. Und – so habe ich es erfahren – einer guten Freundschaft können auch Flugstunden nichts anhaben.

Wenn es darum geht, Kontakt zu halten, kommt es meiner Meinung nach nicht auf Quantität an. Telefoniert, wenn ihr Zeit habt, sprecht über Gefühle und besondere Ereignisse! Schreibt euch, wenn ihr zufällig aneinander denkt. Außerdem vergeht Zeit schneller, als ihr denkt. Wenn ihr euch wiederseht, wird sich alles so anfühlen, wie vorher.

Die Erfahrung lehrt: Schreckt nicht vor Trennungen zurück, Freundschaften pflegen sich fast von alleine!

Mehr Texte unserer Serie „Die Erfahrung lehrt“ findet ihr hier.

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