Secondhand ist nicht wertlos – kapiert das doch!

Flohmärkte und Kleiderkreisel sind eine super Sache. Es ist aber erschreckend, welchen Wert unsere Gesellschaft Secondhand-Kleidung beimisst.

Kleidungsstücke kommen und gehen. Wenn jemand wie ich drei identische Strickjacken besitzt, ist Kleiderkreisel eine tolle Möglichkeit, um überschüssige Klamotten zu verkaufen und damit auch noch ein bisschen Geld zu verdienen. Man macht einfach ein Bild, setzt einen Preis fest, stellt es rein und die Angebote von potenziellen Käufern kommen nur so reingeflattert. Aber was mir da regelmäßig für Preise vorgeschlagen werden, ist eine Frechheit.

Bei Kleiderkreisel sind die meisten der angebotenen Sachen in extrem gutem Zustand, ich würde dort niemals Sachen verkaufen, die Löcher oder Flecken haben. Und trotzdem werden mir für ein neuwertiges Oberteil, an dem sogar das Original-Etikett noch dran ist, bloß zwei Euro geboten. Wissen die Menschen gar nicht mehr, was Dinge wert sind?

„Die Schuhe sind ja auch nicht neu“

Auf Flohmärkten sind die Verhandlungen noch lachhafter. Für einmal getragene Schuhe wollen die Besucher meiner Erfahrung nach nicht mehr als einen Euro bezahlen. „Die Schuhe sind ja auch nicht neu.“ In welcher Welt sind die Materialien und die Arbeit, die in Schuhen und Kleidung stecken, so wenig wert, dass man dafür buchstäblich nichts mehr bezahlen will?

Damit kippt die ehemalige Win-win-Situation arg in eine Richtung: Vielleicht sollten wir uns daher zukünftig fragen, ob wir die neue Jacke oder Hose wirklich brauchen. Schließlich können wir nicht mehr damit rechnen, sie bei Nicht-Gefallen einfach weiterzuverkaufen. Im Zweifelsfall könnten wir uns auch einfach mit den Klamotten zufriedengeben, die wir haben, oder aber lernen, auch Secondhand wieder mehr Wert beizumessen. (Coole Secondhandläden findet ihr übrigens hier.)

Kategorien Lifestyle Zwischendurch

„Ich habe mir nie vorgenommen, zu schreiben. Ich habe damit angefangen, als ich mir nicht anders zu helfen wusste.“ Das sagte die Nobelpreisträgerin Herta Müller und so habe auch ich angefangen zu schreiben. Für mich ist das Schreiben seit langer Zeit mein Ventil, meine Motivation und eine Möglichkeit, meine Gedanken zu ordnen. Neben dem Schreiben sind für mich, mit meinen 23 Jahren, Bücher, Filme und alles was mit Kultur zu tun hat großen Leidenschaften. Die kann ich dank Spreewild ausleben.