Wir. Jedenfalls viele von uns.

Was für eine Erleichterung es gewesen sein muss, zu erfahren, dass es ihn gar nicht gibt! Denn obwohl er doch Geschenke verteilt und Kinderaugen zum Strahlen bringen soll, hatten viele in unserer Jugendredaktion früher gar keine gute Beziehung zum Weihnachtsmann. Die Verbindung war vielmehr von Furcht und Skepsis geprägt – mit teils skurrilen Folgen. Zum Fest geben wir hier drei unserer schönsten Anekdoten zum Besten:

Bitte nicht ich

Weihnachtsfeiern in Kita und Grundschule waren für mich immer von Angst geprägt. Und zwar paradoxerweise von der Angst davor, dass der Weihnachtsmann zu Besuch kommen könnte. Hatte er erst mal im Kreise der Kinder Platz genommen, starrte ich den Verkleideten immer mit großen Augen an und hoffte, dass er nicht meinen Namen nennen würde. Vor der gesamten Gruppe ein Gedicht aufsagen zu müssen, den Text zu vergessen und den Zorn des Weihnachtsmannes auf mich zu ziehen, war ein Horror-szenario, das mir jedes Jahr wieder die Sprache verschlug. Aniko Schusterius, 22 Jahre

Gnadenloses Geschäft

Dem Weihnachtsmann vertraue ich schon lange nicht mehr – seit meine Mutter mir am Morgen meines dritten Weihnachten erklärte, dass Schnuller-Kinder keine Geschenke von ihm bekommen. Also hieß es tauschen: Schnuller gegen Geschenke. Das war vielleicht eine schwere Entscheidung! Aber so habe ich gelernt, dass der bärtige Mann vom Nordpol keine wohlwollende Persönlichkeit ist, sondern ein knallharter Dealmaker. Jessica Schattenberg, 19 Jahre

Ungelöstes Weihnachtsrätsel

Mit fünf Jahren hatte ich schon verstanden, dass Jahr für Jahr meine Mama die Geschenke unter den Baum legte. Da klopfte es eines Heiligabends an der Tür. Ich erwartete meine Großeltern, doch vor der Tür stand der Weihnachtsmann. Das war meine Chance: Ich bot dem fremden Mann Rumplätzchen an und begann, ihn auszufragen. Er parierte glänzend. Ich erinnere mich, wie ich zu zweifeln anfing: War doch etwas dran an den Geschichten meiner Eltern? Bis heute weiß ich nicht, wer der Mann war, der uns besuchte. Frage ich meine Eltern, entgegnen sie mir lächelnd: „Der Weihnachtsmann, wer sonst?“ Es bleibt das schönste Rätsel meiner Kindheit. Alma Dewerny, 20 Jahre

Nicht mit mir!

Als ich noch ganz klein war, trug ich immer ein Schnuffeltuch mit mir herum, an dem zehn Schnuller befestigt waren. Niemals im Leben hätte ich diese Schnuller weggegeben, auch wenn meine Eltern mich langsam von ihnen entwöhnen wollten. Aber als dann der Weihnachtsmann mich darum bat, ihm meine Schnuller zu geben, damit er mir meine Geschenke geben konnte – was hatte ich da für eine Wahl? Also gab ich ihm widerwillig meine Schnuller. Dabei war ich mir nie wirklich sicher, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt. Für mich gab es immer zu viele ungeklärte Dinge. Wie schaffte es ein einzelner Mann in einer Nacht allen Kindern etwas unter den Baum zu legen? Wie konnten Rentiere fliegen? Und jetzt wollte er auch noch meine Schnuller? Im nächsten Jahr habe ich meine Mama dann gefragt, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt. Sie dürfe mir ruhig die Wahrheit sagen. Sie gab zu, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gibt. Dafür verlangte ich dann aber auch meine Schnuller zurück. Und die habe ich sogar heute noch. Laura Krüger, 23 Jahre