Drei Themen, drei Stunden – die besten Bilder gewinnen: So lief der diesjährige Wettbewerb.

Wenn sich Jugendliche in Neukölln aufmerksam anhören, wie Perspektive, Spiegelung und Reflexion einem Foto das gewisse Etwas geben können, und dann ausschwärmen, um eigene Bilder einzufangen, dann spricht viel dafür: Es ist wieder Foto-Olympiade.

Der Fotografie-Wettbewerb fand am ersten Oktoberwochenende zum sechsten Mal im YoungArts Neukölln statt. Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren konnten dabei versuchen, innerhalb von drei Stunden zwei Einzelfotos und eine Serie zu fotografieren. Zu Beginn bekamen die Jugendlichen aber erst einmal grundlegende Tipps von der Fotografin Philine Sollmann. Dann wurden die Themen enthüllt, von denen drei behandelt werden mussten. Bei Titeln wie „Urban Jungle“, „Völlig abgedreht“, „Das große Rennen“ oder „An der Ecke“ fiel die Auswahl nicht leicht.

Gewinner-Strategie: Erst mal draufhalten – dann kommen die Ideen von allein

Doch dann hieß es: Auf die Plätze, fertig, los ins bunte Neukölln! Mit offenen Augen und hoch motiviert ging es so ans Knipsen. Dabei fiel den Olympioniken schnell auf, wie schwer es sein kann, zu einem Oberbegriff ein überzeugendes und aussagekräftiges Motiv zu finden. Eine lohnende Strategie: Erst mal alles fotografieren, was einem interessant, verrückt, ungewöhnlich oder vielleicht einfach schön erscheint – dann kommen die Ideen von ganz allein. So wird eine der vielen Schaufensterpuppen mit ihren pompös glitzernden Abendkleidern zur perfekten „Neukölln Fashionista“.

Nachdem die elf Startergruppen ihre entstandenen Werke bei der fünfköpfigen Jury abgegeben hatten, zu der neben Philine Sollmann zwei junge Hobbyfotografen, der Leiter der Jugendkunstschule Neukölln, Christopher Vogl, und die Projektkoordinatorin Susanne Britz gehörten, konnten sie vor der Kür der Gewinnerinnen und Gewinner mit der sogenannten Cyanotypie, einem alten Druckverfahren, experimentieren.

Am Ende nahmen also alle etwas mit nach Hause: die einen Preise wie Gutscheine für die Neuköllner Oper und die Berlinische Galerie, alle anderen viele Erfahrungen und die Lust, unsere Stadt öfter mal durch die Kameralinse zu erkunden.