Nur weil Lesben und Schwule mittlerweile heiraten dürfen, ist es mit der Diskriminierung noch nicht vorbei. Heute ist der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie.

Der Tag gegen Homophobie wird nicht ohne Grund jährlich am 17. Mai begangen: An diesem Tag im Jahr 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Der Tag markiert damit den Anfang vom Ende der Diskriminierung von Schwulen und Lesben, doch vorbei ist der Kampf um Gleichberechtigung leider noch lange nicht. Im Jahr 1994 hat der Deutsche Bundestag den Paragrafen 175 des Strafgesetzbuches abgeschafft, der bis dahin die Homosexualität unter Strafe stellte. Im Jahr 2001 führte er die gleichgeschlechtliche Partnerschaft ein, im Jahr 2017 wurde dann die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt.

Homophobie gibt es noch immer

Und das Europäische Parlament betonte 2006 seinerseits, dass Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung auf das Schärfste verurteilt wird – eine Kampfansage gegen Homophobie und Hassgewalt, der alle Mitgliedstaaten verpflichtet sind. Doch nicht nur, weil „schwul“ für viele leider immer noch ein Schimpfwort ist, hat sich das Thema Homophobie auch bald 30 Jahre nach der WHO-Entscheidung noch nicht erledigt. In vielen Ländern ist gleichgeschlechtliche Liebe nämlich weiterhin geächtet, in einigen auch verboten. In sieben Ländern droht Homosexuellen sogar die Todesstrafe. Auch Transsexuelle sind in vielen Ländern enormen Gefahren ausgesetzt, weshalb sich der Gedenktag seit 2009 auch auf Transphobie bezieht.

Zahlreiche Organisationen machen daher am 17. Mai 2018 wieder mit Aktionen und Veranstaltungen auf Homophobie, Diskriminierung und Gewalt aufmerksam. In Berlin rufen der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und das Bündnis gegen Homophobie zu einer Kundgebung auf. Sie findet um 16 Uhr am U-Bahnhof Wittenbergplatz statt.