Berlin steckt voller Badeseen, ob am Stadtrand im Grünen oder innerhalb des Rings – wer sich im Sommer abkühlen will, hat eine große Auswahl. Wir stellen einige Badegewässer vor.

von Rouven Kühbauch, 27 Jahre

Alle zwei Wochen werden in der Badesaison die offiziellen Badestellen in Berlin auf ihre Wasserqualität überprüft. Das Schwimmen in Berlin ist sicher, keine Frage. Aber gesetzliche Grenzwerte sagen wenig über die tatsächliche Wahrnehmung eines Badegewässers aus. Denn jeder See hat seinen eigenen Charakter.

Ein See für Nichtschwimmer

Der Müggelsee ist der größte See Berlins, aber nur dank eines ziemlich billigen Tricks: Er ist so flach, dass das Wasser selbst 20 bis 30 Meter in den See hinein lediglich bis zu den Knien reicht. Laut Lageso soll das Wasser eine Sichtweite von drei Metern haben, vermutlich horizontal. Der perfekte Badesee also, für Kinder und Nichtschwimmer.

Natur pur mit vielen Bäumen

Mitten im Wald liegt die Krumme Lanke und vermittelt Natur pur. Das Wasser ist klar und frisch, doch das Ufer ist teilweise eingezäunt und die Badestellen sind begrenzt. Und das ist ein Problem, denn der See ist alles andere als ein Geheimtipp. Dank der nahen U-Bahn-Station ist hier bei warmen Wetter viel los. Dafür ist man hier der Natur wirklich nah, und zwar in jederlei Hinsicht. Es gibt einen FKK-Bereich.

Tückische Idylle

Wer es etwas ruhiger mag, dem sei der Tegeler See ans Herz gelegt. Dort kann man ganz entspannt den Sommer genießen. Gut, es gibt einen Wermutstropfen: Im letzten Jahr starben immer wieder Hunde, die in Kontakt mit dem Seewasser gekommen waren. Vermutlich sind Blaualgen die Übeltäter. Dabei ist das Wasser klar und mit 14 Grad erfrischend kalt – wenn man sich denn hineintraut.

Berühmtes Strandbad

Das größte Freibad an einem Binnengewässer und ein riesiger Sandstrand: Das Strandbad Wannsee lockt Unmengen Berliner im Sommer an. Die Massen trüben den Badespaß ein wenig – bei gutem Wetter muss man erst einmal Schlange stehen. Dafür ist der Große Wannsee eigentlich eine Bucht der Havel und das bedeutet: viel Wasseraustausch und meistens klares Wasser.

Baden innerhalb des Rings

Innerstädtische Badeseen haben es dagegen meist schwer: Sie sind klein, flach – und müssen mit der Stadtumgebung umgehen. Ihr Ruf ist daher nicht der beste. So auch der Halensee, der bei Regen regelmäßig Straßenabwässer von der nahen Autobahn aufnehmen muss. Eine neue Filteranlage hat die Zahl der Fäkalkeime zwar so weit reduziert, dass Baden seit 2016 wieder erlaubt ist, die Herkunft des Wassers im abflusslosen See hinterlässt dennoch einen faden Beigeschmack.

Nervenkitzel aus der Tiefe

Mit sieben Metern Tiefe bleibt im Plötzensee das Wasser frisch und sauber, auch im Spätsommer. Das Strandbad im Wedding ist spitze, auch wenn es immer mal wieder Riesenwelse auf die Gliedmaßen unschuldiger Schwimmer abgesehen haben. Bisher ist noch niemand an den Killerfischen gestorben. Und da Welse keine echten Zähne besitzen, ist das Risiko wohl überschaubar.

Wer sich für die aktuellen Testergebnisse der Berliner Badestellen interessiert, findet diese auf der Webseite des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Dort gibt es außerdem umfangreiche Badegewässerprofile.

Beitragsbild: Rainer Jensen/dpa