Zelt auf dem We4FutureCamp. Daneben ein gelbes Plakat mit Sanduhr und Klimaplan von unten
Bei den Workshops in diesem Zelt könnt ihr eure Ideen für den Klimaplan von unten einbringen.

Kampagne „Gerechte1Komma5“ wollen Regierung alternativen Klimaplan vorlegen

Was wäre, wenn das Klimapaket nicht von der Regierung käme? Die Kampagne „Gerechte1Komma5“ will einen alternativen „Klimaplan von unten“ vorlegen – und alle dürfen daran mitschreiben.

Von Selly Häußler, 28 Jahre

„Das, was die Bundesregierung da rausgehauen hat, ist gefährlich“, sagt Johannes Arens. Er ist Mitglied der Kampagne „Gerechte1Komma5“, die es sich zum Ziel gesetzt hat einen alternativen Klimaplan zu erstellen. „Das Klimapaket der Bundesregierung ist immerhin mehr als nichts. Aber definitiv nicht das was wir brauchen, um die Erderwärmung aufzuhalten.“ Arens leitet am heutigen Mittwoch die Infoveranstaltung zum „Klimaplan von unten“ im „We4FutureCamp“. Der Plan soll realistischer und gerechter als das Klimapaket der Bundesregierung werden.

Neben dem Kanzleramt zelten vom 19. bis 27. September AktivistInnen der „Fridays for Future“-Bewegung und anderer Organisationen, die dasselbe Ziel verfolgen. Die Organisatoren des Camps wollen ein Zeichen setzen und gemeinsam Lösungen für die Klimakrise suchen. Sie konzentrieren sich dabei auf unterschiedliche Schwerpunkte. In verschiedenen Workshops und Informationsveranstaltungen findet ein Austausch statt.

Die Kampagne „Gerechte1Komma5“ wird im Hinblick auf die Lösungssuche sehr konkret. Zwanzig AktivistInnen aus unterschiedlichen Spektren der Klimagerechtigkeitsbewegung haben sich vor etwa einem halben Jahr zusammengetan. Ihr Ziel: Einen Klimaplan erstellen, der aus der Zivilgesellschaft kommt. „Der Klimaplan von unten soll etwas sein, das wir gemeinsam erarbeiten und dann auch gemeinsam hinbekommen“, erklärt Arens die Motivation.

Jeder kann am neuen Klimaplan mitarbeiten

Deshalb darf auch jeder eigene Ideen einbringen und am Plan mitschreiben. Mit den Workshops auf dem „We4ForFutureCamp“ startet „Gerechte1Komma5“ damit, Vorschläge zu sammeln. „Es ist uns wichtig hier nicht nur Input mitzubringen, sondern auch etwas mit rauszunehmen. Vor allem auch die Perspektiven von Menschen aus dem globalen Süden und jungen Generationen sollen mit einfließen“, sagt Arens. Im Vergleich zur Tagung des Klimakabinetts sind bei „Gerechte1Komma5“ also Menschen eingeladen mitzureden, die von der Klimakrise direkt betroffen sind.

„Gerechte1Komma5“ haben für den „Klimaplan von unten“ bereits sechs Themenschwerpunkte festgelegt:
– Energiedemokratie
– Gerechte Wohn- und Raumplanung
– Mobilitätsgerechtigkeit
– Gerechte Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Waldnutzung
– Gerechte Reproduktion, Produktion und Konsumption
– Internationale Gerechtigkeit und Generationengerechtigkeit

„Gerecht bedeutet zum Beispiel auch, dass Mehreinnahmen an Menschen ausgeschüttet werden, die wenig konsumieren. So treffen Preiserhöhungen ärmere Leute nicht ganz so hart“, sagt Arens. Außerdem sollen die Maßnahmen in der Hinsicht realistisch sein, dass die Erderwärmung unter 1,5 Grad bleibt. Das Klimapaket, das die GroKo letzten Freitag beschlossen hat, kann dieses Ziel laut Arens nicht erreichen.

Die erste schriftliche Version des „Klimaplans von unten“ wird ins Netz gestellt. Diese kann dann jeder kommentieren, der die Seite kennt. „Wir brauchen für den Schreibprozess noch Leute, die Input geben, ModeratorInnen und ExpertInnen. Wir sind eng mit den ScientistsForFuture (Anm. d. Redaktion: Vereinigung von Wissenschaftlern, die sich hinter die Klimabewegung stellt) vernetzt. Aber auch jemand, der gerade seine Bachelorarbeit über Klimagerechtigkeit schreibt, kann wertvolles Expertenwissen mit einbringen“, sagt Arens. Am 2. Februar 2020 ist Deadline. Dann wollen die Beteiligten den „Klimaplan von unten“ der Bundesregierung im Rahmen einer Demonstration überreichen.

Morgen, am 26. September, startet der Schreibprozess von 14 bis 18 Uhr auf dem „We4FutureCamp“. Hier findet ihr alle Zeiten zu den Workshops im „Klimaplan von unten“-Zelt.

Das könnte Dich auch interessieren

Kategorien Instagram Umwelt

Auf spreewild.de berichten wir über alles, was uns bewegt – über Schule, Politik und Freizeit, Liebesglück und -kummer oder den Schlamassel mit der eigenen Zukunft. Wir bieten Hintergrundgeschichten zu den Artikeln, die wir auf der Jugendseite veröffentlicht haben, stellen Fotos und Videos ins Netz. Dazu gibt es die Fotoserien der Jugendredaktion, Musik-, Buch- und Filmbesprechungen sowie all die Fragen, die uns die Prominenten jede Woche stellen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.