„Gute Lehrer sind gerecht“


Lehrerstreiks wie dieser im September in Berlin tragen nicht zu einem guten  Image des Berufsstandes bei, glaubt Carolin Buchholz. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka
Lehrerstreiks wie dieser im September in Berlin tragen nicht zu einem guten Image des Berufsstandes bei, glaubt Carolin Buchholz. Foto: dpa/Bernd von Jutrczenka

Der Beruf hat laut einer Studie geringes Ansehen. Eine Schülerin erklärt, warum sie ihn ergreifen möchte

 

Dass Lehrer bei ihren Schülern häufig nicht den besten Ruf haben, gehört gewissermaßen zu ihrem Beruf. Eine Studie der Varkey Gems Stiftung in London hat nun allerdings festgestellt, dass sie auch beim Rest der Gesellschaft nicht das beste Image genießen. Die Stiftung fragte Menschen in 21 Ländern auf der ganzen Welt, welches Bild sie vom Lehrerberuf haben. Den besten Ruf haben Lehrer in China. In Deutschland schnitten sie hingegen schlecht ab. Woran das liegen könnte und warum sie dennoch Lehrerin werden möchte, fragten wir die 18-jährige Abiturientin Carolin Buchholz.

 

Carolin, warum glaubst du, ist der Lehrerberuf in Deutschland so schlecht angesehen?

 

Ich denke, die Lehrerstreiks in vielen Bundesländern werfen ein schlechtes Licht auf den Beruf. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass der persönliche Bezug vieler Menschen zur Schule nicht sehr gut ist und sich die meisten auch nicht vorstellen können, wie hart ein Lehrer arbeiten muss.

 

Kannst du die Ergebnisse der Studie bestätigen? Denken deine Freunde auch so?

 


Natürlich habe ich auch Freunde mit einer kritischen Haltung zum Beruf des Lehrers. Sie halten es selbst kaum in der Schule aus und können sich nicht vorstellen, wie man da arbeiten kann. Aber in meinem engeren Umfeld gibt es eher weniger negative Äußerungen.

 

Warum willst du trotz des schlechten Rufs Lehrerin werden?

Carolin Buchholz, Foto: Privat
Carolin Buchholz, Foto: Privat

 

Mich motiviert hauptsächlich, dass ich Informationen übermitteln und mit Jugendlichen arbeiten kann. Ich würde gern Lehrerin in der Sekundarstufe II werden, um Schülern zu helfen, ihr Abitur gut abzuschließen. Mein Traum ist, ein harmonisches Miteinander mit den Schülern zu finden. Klingt kitschig? Das stimmt wohl. Aber mein Eindruck ist, dass es einfach zu wenig Lehrer gibt, die ihren Beruf ernst nehmen.

 

Was könnte man tun um, das Ansehen des Lehrers zu verbessern?

 

Wahrscheinlich eher wenig. Ich denke, das kann nur jeder Lehrer selbst in die Hand nehmen. Ein guter Lehrer ist zum Beispiel gerecht und möchte sich nicht vor der Klasse profilieren. Dann sieht man als Schüler im Lehrer schon ein gutes Vorbild und hegt vielleicht auch eher den Wunsch, selbst Lehrer zu werden.

 

In der Studie wurde gefragt, welche Berufe am ehesten dem Status des Lehrers entsprechen. Welche Berufe würdest du zuordnen? 


 

Mir fällt die sonderpädagogische Fachkraft ein. Das sind Erzieher, die sich hauptsächlich um Kinder mit Behinderung kümmern. Sie tragen eine große Verantwortung, wie Lehrer.

 

Das Gespräch führte 
Aniko Schustrius, 17 Jahre.

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90er-Kid, Bücherwurm, Weltenbummler. Ich liebe Musik und das geschriebene Wort. Letzteres kann man von mir seit 2012 hier lesen. Meine große Leidenschaft gilt dem Theater, das mich mehr als alles andere fasziniert. Wenn ich durch die Straßen Berlins laufe, kommt mir das Leben vor wie eine Aneinanderreihung vieler kleiner Inszenierungen, deren Geschichten alle festgehalten werden wollen. So inspiriert mich unsere Hauptstadt stetig zu neuen Themen für unsere Seite.