Armin Petschner hebt einen Zeigefinger in Episode 1 von #CSYOU
Die Effekte werden im Netz verhöhnt. Armin Petschners erste #CSYOU Episode könnte auch seine letzte gewesen sein.

Die CSU blamiert sich auf YouTube

Die CSU hat ein YouTube-Video gedreht, um jüngere Wähler anzusprechen. #CSYOU ist der krampfhafte Versuch „hip und trendy“ zu wirken, kommt aber gar nicht gut an.

Von Selly Häußler, 28 Jahre

„Ich habe mich noch nie so sehr fremdschämen müssen“, „peinlich“, „Ernsthaft?“ – so oder so ähnlich lauten die meisten Kommentare unter dem YouTube-Video der CSU. Die Partei will offenbar eine neue Webserie mit dem Namen #CSYOU starten. Der 30-jährige Armin Petschner lässt sich in der ersten Episode über Greta Thunberg, die Flugreisen der Grünen und die Antifa bei der „Unteilbar“-Demo in Dresden aus. Leider ist das Video mit den vielen kleinen Soundeffekten nicht selbstironisch, sondern ernst gemeint.

Um dieses Kunstwerk geht es.

Ja, auf jeden Fall. Zum Glück kommen laufend neue Kommentare dazu, während die CSU fleißig löschen lässt. Dabei wäre Kritikfähigkeit bei einer Regierungspartei schon wünschenswert. Die Reaktionen im Netz außerhalb der Kommentarspalte kann die Partei allerdings nicht löschen. Wie gut Armins Argumentation ist, kommentiert unter anderem Sebastian Meineck auf Twitter.

Sebastian Meineck widerlegt in den darauf folgenden Tweets noch drei weitere Behauptungen: Die Flugreisen der Grünen, die Gleichsetzung der Antifa mit dem schwarzen Block und die Grünen hätten noch nie etwas für die Bundeswehr getan. Dass die GroKo 61 Prozent der Versprechen eingelöst hat, ist richtig. Aber …

Das Video sollte wohl eine kecke Antwort auf Rezos „Die Zerstörung der CDU“ sein. Doch auch der Schuss ist gehörig nach hinten losgegangen. Rezo selbst nimmt ebenfalls zu den gelöschten Kommentaren Stellung:

Der Versuch ihr verstaubtes Greisen-Image aufzupolieren und endlich mal eine jüngere Zielgruppe zu erreichen, ging gehörig nach hinten los. Dabei hat Armin Petschner für den Social Media-Auftritt extra seine Brille und Krawatte abgenommen und sich sogar die Haare blond gefärbt. Die Soundeffekte wirken zwar überzogen, aber die Internetgemeinde ist in dieser Hinsicht etwas streng. Wie soll man denn als CSU auch gleichzeitig authentisch und cool sein? Den Versuch, das Unmögliche zu schaffen, hätten sie sich sparen können.

Die Inhalte sind das eigentliche Problem. Denn der Moderator geht kaum auf Tagespolitik und die Arbeit der CDU im Bundestag ein, wie zu Beginn des Videos angekündigt. In erster Linie polarisierte er mit Halbwahrheiten und lässt im Vergleich zu seinem Konkurrenten Rezo die Belege gleich ganz weg. Deshalb bin ich froh, dass #CSYOU wegen der Aufmachung lächerlich wirkt. Es bleibt abzuwarten, ob es nach Episode 1 wirklich noch eine zweite gibt. Ich tippe auf nein.

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