Das Gesicht einer jungen Frau
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg (Ausschnitt, CC BY-SA 4.0)

Die Greta-Hasser lenken nur ab

Sie ist jung, engagiert – und das neue Feindbild der Klimawandel-Leugner: die Schwedin Greta Thunberg.

Dass ihr Auftritt bei der UN-Klimakonferenz sie weltberühmt gemacht hat, darauf hätte Greta Thunberg sicher verzichten können. Lieber wäre es ihr zweifellos, wenn die Bekämpfung des Klimawandels im Mittelpunkt stünde. Davon lenken mittlerweile jedoch immer mehr Menschen im Netz ab. Sie wollen die 16-jährige Klimaaktivistin aus Schweden diskreditieren.

Greta Thunberg ist mit ihrem Schulstreik für das Klima zur Vorreiterin der internationalen Jugendbewegung „Fridays for Future“ geworden. Als Zeichen des Protests gegen die relative Untätigkeit der Weltgemeinschaft in Sachen Klimaschutz schwänzt sie seit Monaten freitags die Schule und setzt sich in der schwedischen Hauptstadt Stockholm vor das Parlamentsgebäude. Mittlerweile tun es ihr Jugendliche rund um den Globus gleich, in Berlin demonstrierten am letzten Januarwochenende Tausende.

Panikmacher werfen ihr Panikmache vor

Junge Menschen, die sich engagieren – bringen viele ältere Menschen offenbar ziemlich auf die Palme. Auch Greta wird nicht nur Bewunderung zuteil, im Gegenteil: Kommentare wie „altklug und verhaltensgestört“ sind noch gemäßigte Beispiele für das, was nun über sie gesagt und geschrieben wird. Auf reichweitenstarken Blogs und Accounts aus dem rechten Spektrum ist von Missbrauch die Rede, und die Verfasser lassen offen, ob sie damit eine Instrumentalisierung oder anderes meinen. Viele Kommentare beziehen sich auf Gretas Alter und ihr Geschlecht, oft wird sie auch als krank oder gestört bezeichnet – Greta hat das Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus.

Paradox: Seit ihrer zweiten großen Rede, die sie beim Weltwirtschaftsforum gehalten hat, werfen ihr rechte Panikmacher Panikmache vor. Ja, Greta hatte gesagt, ihre Zuhörer sollten in Panik geraten, so wie sie selbst angesichts des Klimawandels. Allerdings ist diese Gefahr anders als zum Beispiel die „Islamisierung des Abendlandes“ real, 195 Staaten haben das mit der Ratifizierung des Abkommens von Paris anerkannt. Das fällt im Netz oft unter den Tisch.