Bibliothek zu voll, Home Office zu unproduktiv? Wir zeigen euch, wo ihr in Berlin gut und entspannt arbeiten könnt.

Egal, ob wir einen Text für Spreewild schreiben oder für die Uni lernen müssen, vielen fällt zu Hause irgendwann die Decke auf den Kopf. Oder der kleine Hunger macht sich bemerkbar, also schnell mal kurz zum Kühlschrank geflitzt – und dann in der Küche versackt. Und wäre jetzt nicht auch ein prima Zeitpunkt, um noch schnell eine Wäsche zu waschen, mit dem Hund Gassi zu gehen oder sonstige Dringlichkeiten zu erledigen? Es hat schon seinen Grund, dass die meisten Menschen zum Arbeiten ins Büro gehen.

Wer kein Büro hat und Alternativen sucht, findet in Berlin vor lauter Studenten und Freelancern kaum ein Fleckchen, an dem nicht jemand seinen Laptop aufgebaut hat. Wer an einem Samstag in der Prüfungsphase nicht um Punkt zehn Uhr vor dem Grimm-Zentrum steht – das öffnet dann nämlich seine Pforten –, der findet sehr wahrscheinlich keinen freien Sitzplatz mehr. Wobei das Vorhaben möglicherweise sowieso schon bei der Suche nach einem freien Schließfach gescheitert ist.

Wir haben die Alternativen für alle, die kein Büro haben – und wollen eure Tipps

Kaffee, Ruhe, Tageslicht, Gratis-WLAN – jeder hat andere Ansprüche. Wir haben eine Liste mit verschiedenen Optionen zusammengestellt, die zugegebenermaßen noch ausbaufähig ist. Deshalb sammeln wir weiter – schreibt uns eure Tipps auf Instagram, Facebook oder Twitter. Eine E-Mail tut’s auch. Wir aktualisieren die Karte fortlaufend.

Balzac Coffee

Balzac sollte jedem ein Begriff sein. Immerhin gibt es die Café-Kette ganze acht Mal in der Hauptstadt. Das ist auch einer der großen Vorteile dieser Location: Egal, wo ihr seid – lange dauert es nie bis zum nächsten Balzac Café. Kostenfreies WLAN gibt es dort für bis zu sechs Stunden und das Personal ist sehr entspannt im Umgang mit denen, die das auch ausreizen. Hier fühlt man sich definitiv nicht verpflichtet, alle 20 Minuten etwas zu bestellen.

Standorte: Schönhauser Allee, Knesebeckstraße, Friedrichstraße, Naturkundemuseum, Bergmannstraße, Potsdamer Platz, Dom Aquarée am Alex, Rathaus  Steglitz

Geschwister Nothaft Café / Nothaft und Seidel Café

Die Nothaft-Cafés sind das Richtige für die, die auch beim Arbeiten Wert auf eine gemütliche Atmosphäre legen. Sowohl die Filiale in Prenzlauer Berg als auch die in Neukölln bestechen durch charmantes Interieur. Obwohl es auch einige gemütliche Sessel und Sofas gibt, stehen ebenso viele ausreichend große Tische zum Arbeiten zur Verfügung. Auch auf den Außenplätzen gibt es WLAN, sodass man nicht nur in der Pause Luft schnappen kann.

Standorte: 
Schönhauser Allee 43 A und Schwarzastraße 9

MANA Food

Diese Café erinnert trotz köstlicher Speisen und Getränke eher an einen Co-Working-Space. Es gibt sehr viel Platz und es ist ziemlich ruhig – eher nicht das typische Café-Gemurmel. Hier zahlt man zwar keinen Eintritt, dennoch sollte man im MANA ein paar Euro mehr dabei haben. Dafür bekommt man aber auch leckeres veganes und regionales Essen. Besonders geeignet ist diese Location mit ihren langen Tischen für Gruppen, die an einem Projekt arbeiten wollen.

Standort: 
Belziger Straße 34

Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg

Die Stadtteilbibliothek ist auch unter dem Namen „Bibliothek Pablo Neruda“ bekannt. Ihr großer Vorteil ist ganz klar die Unkompliziertheit. Hier darf man – anders als in den meisten Bibliotheken – Essen und Trinken mit an den Arbeitsplatz nehmen und sich auch in Zimmerlautstärke unterhalten. Es gibt keine Schließfächer, weshalb man sogar Jacke und Tasche mit an den Platz nehmen kann. Außerdem bekommen alle Plätze viel Tageslicht ab.

Standort: Frankfurter Allee 14A

IAAW-Bibliothek

Die Zweigbibliothek der HU für Asien-/Afrikawissenschaften ist bei fachfremden Studierenden eher unbekannt. Dennoch lohnt sich ein Besuch für alle, die in den populären Universitätsbibliotheken keinen Platz mehr finden. Die Einrichtung ist zwar etwas altmodisch, dafür ist hier immer freie Platzwahl. Außerdem ist die IAAW-Bib sehr zentral und nah an der Mensa Nord gelegen, wo man in der Pause günstig mittagessen kann.

Standort: Invalidenstraße 118

Campusbibliothek der FU Berlin

Die meisten Studierenden der FU zieht es wohl in das „Brain“, die philologische Bibliothek. Eine weitaus entspanntere Alternative ist allerdings die Campusbibliothek, die sich gleich ums Eck befindet. Hier ist meistens weniger los und ein plätschernder Springbrunnen, einige Grünpflanzen und offene Fenster sorgen für eine fast meditative Stimmung. Wer nicht im Berliner Süden wohnt, muss zwar eine etwas längere Anreise auf sich nehmen – dafür bleibt man dann aber auch wirklich lange und ist umso produktiver, damit sich die Anfahrt lohnt.

Standort: Fabeckstraße 23-25

 

Beitragsbild: Tirachard Kumtanom/Pexels