Eine neue Challenge beschäftigt sich langweilende Jugendliche. Sie ist noch blöder und noch gefährlicher als ihre Vorgänger. Ein Kommentar.

Von Viktoria Koch, 21 Jahre

Wie kommt man bitte auf die Idee, sich eine Waschkapsel in den Mund zu schieben, anschließend darauf herumzubeißen und sie womöglich sogar aufzuessen? Wenn es sich nicht gerade um ein Kleinkind handelt, das versehentlich danach gegriffen hat, weil es dachte, dass es sich um ein Spielzeug handelt – dann habe ich keinerlei Verständnis dafür.

Nicht ohne Grund wird man auf der Verpackung über die Gefahren des Verzehrs aufgeklärt: schwerste Verätzungen, Atemstillstand, Lungenödeme, Koma, Tod. Aber auf YouTube hat sich längst ein Hype entwickelt, sich dieser risikoträchtigen Mutprobe namens „Tide Pod Challenge“ zu unterziehen – um von Gleichaltrigen als cool empfunden zu werden. Und da hilft anscheinend auch der vom Konzern Procter & Gamble engagierte Footballspieler Rob Gronkowski nicht, der in seinem Videoclip warnt: „Nehmt die ‚Tide Pods‘ zum Waschen, nicht zum Essen!“

Sind wir jetzt wirklich schon so weit gekommen, dass Likes und Klicks wichtiger sind als die Gesundheit und das Am-Leben-Sein?

Immerhin wollen YouTube und Facebook die Videos nun nach und nach sperren. In der Nahrungsmittelindustrie wird bereits Essen im Look der Waschmittelkapseln hergestellt – angeblich um die Verwirrung aufzuklären. Aber diejenigen, die auf die Idee kommen, Waschmittelkapseln zu verzehren, haben augenscheinlich so viel Langeweile, dass es ihnen egal ist, wie viele Gesundheitsexperten oder Footballstars sie auf die Gefahren der Challenge aufmerksam machen. Hoffentlich verschwindet dieser verbotene Trend schnell wieder.

 

Beitragsfoto: Screenshot YouTube