Aufräumen putzen
Putzen und aufräumen kommt in den meisten Studenten-WGs zu kurz. Ist es zu dekadent, eine Putzhilfe zu engagieren?
Klartext

Ist es ok, sich als Student:in eine Putzhilfe zu holen?

Studentenleben ist Schmutzfinkleben und die Mitbewohner sind Schuld. Niemand will derjenige sein, der am meisten putzt. Aber als mittelloser Student eine Putzhilfe zu beschäftigen ginge dann doch zu weit. Oder?

Von Selly Häußler, 28 Jahre

Das Geschirr stapelt sich, die Füße kleben am Küchenboden fest und im Bad bilden sich schon gelbe Ränder im Waschbecken. Kommt dir bekannt vor? Aber natürlich nur wegen der Studenten-WG von Freundes Freunden… Oder deiner allerersten.

Für Erstis ist es besonders hart: Mama putzt plötzlich nicht mehr. Und selbst wenn alle Beteiligten sich eigentlich mehr Sauberkeit wünschen, ist da immer das Männchen im Hinterkopf, das schreit: „Nein, auf keinen Fall mach ich jetzt den Dreck der Anderen weg!“ Der Putzplan an der Wand ist längst veraltet, denn als irgendjemand angefangen hat, sich nicht mehr daran zu halten, taten es die anderen ihm nach. Du hast das natürlich nur ganz selten mal vergessen, aber jetzt macht es sowieso keinen Sinn mehr! Was ist also die Lösung? Einige Studenten engagieren tatsächlich eine Putzhilfe.

Natürlich ist das dekadent, aber irgendwie auch genial.

Unter Umständen kann diese Lösung verhindern, dass enge Freundschaften auseinanderbrechen. Und wahrscheinlich ist das Engagieren einer Putzhilfe auch die letzte Maßnahme nach einem langen, verzweifelten und trotzigen Übertrumpfen des Schmutzfinken-Daseins.

Eigentlich hat kaum ein Student Geld übrig, sondern eher Zeit. Deshalb wäre es logischer, selbst zu putzen. Ob man Geld für etwas hat oder nicht, ist immer eine Frage der Priorität. Wem es wichtiger ist friedlich in einem sauberen zu Hause zu wohnen, als ab und zu schön Essen zu gehen, kann auch dafür bezahlen. Das ist okay. Es gibt sehr viel teurere Alternativen.

Je größer die WG ist, desto schwieriger ist es, sie sauber zu halten. Und der Betrag, der fürs Putzen der Gemeinschaftsräume fällig wäre, wird dementsprechend niedriger. Studenten wohnen zusammen, damit sie weniger Geld ausgeben. Bevor die WG auseinanderbricht ist es also ratsam, lieber in Form einer Putzhilfe drauf zu zahlen. Umziehen ist teuer. Und durch das Auflösen des Mietvertrags hat der Vermieter die Möglichkeit, die Miete für diejenigen die bleiben zu erhöhen.

Etwas spricht dann aber doch gegen eine Putzhilfe

Das Einzige, das aus meiner Sicht gegen eine Putzhilfe spricht, ist das Aufräumen. Denn durch das Beschäftigen einer Putzhilfe ist immer noch nicht geklärt, wer sich um die Ordnung kümmert. Die Studenten könnten mit der Putzhilfe zum Beispiel einen Deal fürs Spülen oder Spülmaschine einräumen vereinbaren und das Putzen auf die Gemeinschaftsräume beschränken. Also, warum nicht?

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