Aniko macht gerade ein Erasmus-Semester. Hier erklärt sie Schritt für Schritt, wie genau das funktioniert.

In Teil 1 unserer Serie „So geht Erasmus“ beschäftigen wir uns mit dem Papierkram, der mit Erasmus verbunden ist. In Teil 2 geht es um die Wohnungssuche und in Teil 3 ums Koffer packen. Teil 4 befasst sich mit der gedanklichen Vorbereitung und dem Abschiednehmen. Wie man gut ankommt und sich vor Ort organisiert, steht in Teil 5. Teil 6 dreht sich darum, Kontakte und Freundschaften aufzubauen – und zu halten. Und zum Schluss, in Teil 7, erklärt Aniko wie man die schönen Erinnerungen am besten aufbewahrt.

Für Schreibfreunde: das gute alte Tagebuch

Vor dem Erasmus ist nach dem Erasmus: Ein Studium im Ausland gehört zu den aufregendsten Erfahrungen im Leben. Schließlich kann es die gesamte Zukunft beeinflussen, die Wahl des Masterstudiengangs, den Wechsel des Studienfaches bewirken oder einen Umzug in ein anderes Land anregen.

Gleich zu Beginn des Semesters sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man die kommenden Monate festhalten möchte. Denn es wird eines Tages der Moment kommen, an dem man sich noch einmal in die Erasmus-Zeit zurückversetzen, die Erlebnisse Revue passieren und die Gedanken von damals aufgreifen möchte.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Erfahrungen festzuhalten. Wer gern schreibt, kann zum Beispiel ein Tagebuch anlegen. Dabei ist einem selbst überlassen, ob es jeden Morgen nach dem Aufstehen mit Worten befüllt wird oder nur gelegentlich, bei besonderen Ereignissen. Kleine Papiere, Fotos oder Eintrittskarten können neben den schriftlichen Berichten Platz finden.

Obacht bei der Wahl von Stift und Buch. Damit das Tagebuch mehrere Jahre übersteht, sollte das Papier dicker sein als übliche Schulblocks. Das Schreiben mit Füller und Tinte scheint einfach und klassisch, doch Tinte verblasst sehr schnell und ist anfällig für Feuchtigkeit. Fineliner, Kugelschreiber oder Lackstifte überdauern die Zeit besser. Um das Papier und die Ecken und Kanten des Einbandes zu schützen, können Boxen oder Stoffbeutel helfen.

Für Schreibmuffel: das Foto- oder Videotagebuch

Für Schreibfaule eignet sich eine Dokumentation mit der Kamera. Fotos und Videos existieren als Zeitkapsel auch noch Jahrzehnte nach dem Auslandsaufenthalt. Das Bildmaterial kann später in Fotoalben eingeklebt oder auf dem PC zu einer Show zusammengefügt werden. Ausgedruckte Bilder sollten vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt werden. Besonders Polaroidbilder verblassen schnell.

Wer Wert darauf legt, seine Erinnerungen zu digitalisieren, kann über ein Videotagebuch nachdenken. Filmschnipsel von der großen Willkommensparty bis hin zur Abschiedsfeier lassen sich sehr gut mit eigenen Kommentaren kombinieren. Mithilfe kostenloser Videoschnittprogramme lassen sich auch weniger gelungene Dateien retten.

Die Produkte von Sofortbildkameras hingegen benötigen keinen weiteren Zeitaufwand. Zurück in der Heimat werden sie sofort zum Hingucker an Möbeln und Lichterketten. Mit Datum und Ort beschriftet, kann man Besuchern auch noch drei Jahre später von dem fabelhaften Café neben dem Studentenwohnheim erzählen.

Schöne Erinnerungen aktiv schaffen

Es lohnt sich, Gedanken und etwas Geld zu investieren, auch wenn man kein besonders nostalgischer Mensch ist. Wer nach einem halben Jahr aus dem Ausland zurückkehrt, hat zudem viel mehr zu erzählen, wenn er nicht schon längst alle Fotos auf Social Media geteilt hat.

 

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