Flur Schule
Mehr als 52 000 Jugendliche haben nach Zahlen der Caritas im Jahr 2017 die Schule ohne Abschluss beendet.

Hohe Schulabbrecher-Quote: Nicht die Zuwanderer sind schuld

11,7 Prozent der Berliner Schüler verlassen ohne Abschluss die Schule. An dieser hohen Zahl sei vor allem die Zuwanderung schuld. Ist es so einfach? Ein Kommentar.

Immer mehr Schüler verlassen die Schule ohne einen Abschluss – diese Schlagzeile durchzog die Medien zu Beginn der letzten Woche. Laut einer Studie des katholischen Hilfswerks Caritas brachen in Deutschland im Jahr 2017 rund 52 000 Schüler ihre schulische Ausbildung ohne Abschluss ab. Das sind 6,9 Prozent mehr als noch 2015. Besonders Berlin sticht hier hervor: 11,7 Prozent der Schüler verlassen hier die Schule ohne Abschluss.

Nun wird hitzig über die Gründe debattiert: Nach den Autoren der Studie sei vor allem die Zuwanderung schuld. Ist es so einfach?

Dass es schwierig ist, Deutsch als Fremdsprache und gleichzeitig Hauptunterrichtssprache in kurzer Zeit zu lernen, ist klar. Meiner Meinung nach beginnt das Problem jedoch schon früher und ist viel mehr im Bildungs- und Unterbringungssystem für Geflüchtete zu suchen.

Was getan werden müsste

Der Besuch von Kitas in Deutschland ist nicht verpflichtend. Dabei könnten hier Kinder von Nicht-Muttersprachlern zusammen mit Kindern, die Deutsch als Muttersprache haben, spielen und lernen. Das Erlernen der deutschen Sprache würde so vor der Grundschule beginnen und den Schuleinstieg deutlich einfacher gestalten. Zudem sollte bereits in Erstaufnahmestellen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet werden, um Kinder von Geflüchteten auf einen Schulbesuch vorzubereiten. Diese haben oft keinen Zugang zu Sprachkursen oder Schulen und später dann massiv Probleme, mit den anderen Schülern mitzuhalten.

Natürlich stellt die Migration unser Bildungssystem vor Herausforderungen, allerdings sind es nicht nur Nicht-Muttersprachler, die in Deutschland die Schule abbrechen. Die Politik sollte dafür sorgen, allen Kindern in Deutschland die gleichen Chancen zu bieten – ein Anfang wäre ein verpflichtender Kita-Besuch oder der Deutschunterricht in Erstaufnahmestellen für Geflüchtete.

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Wenn ich, 22, eine Top 5-Liste mit Sätzen, die ich in den vergangenen drei Jahren am häufigsten gehört habe, aufstellen würde, wäre „Was wird man denn so nach einem Geschichtsstudium?“ ganz weit oben vertreten. Zum Glück habe ich mittlerweile eine Antwort darauf gefunden: Journalistin. Darauf gekommen bin ich durch das Lesen von Harald Martensteins Artikeln, der selber Geschichte studiert hat. Von ihm habe ich auch meinen neuen Zukunftsplan: einfach immer schreiben. Genau das mache ich jetzt hier bei Spreewild, nachdem mir mein Praktikum in der Jugendredaktion so gut gefallen hat.

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