Die Erfahrung lehrt

Warum man beim Thema Berufswunsch nicht auf andere hören sollte

Seinen Traumberuf sollte man sich nicht von anderen ausreden lassen. Nur wer wagt, der gewinnt, wie „die Erfahrung lehrt“.

Von Selly Häußler

„Sie sagten ‚Du bist ein Träumer, du schaffst das nie! ’“­ Wie Kianush erzählen viele Rapper in ihren Liedtexten vom steinigen Weg zum Erfolg: Schon als Junge wollte er Musiker werden, aber keiner hat an ihn geglaubt – und jetzt beweist er allen das Gegenteil. Die Botschaft dahinter „Du kannst alles schaffen! Mach, was du liebst“, habe ich immer als klischeehaft abgetan und nicht richtig hingehört. Bis ich feststellte, dass es mir eigentlich ähnlich ging.

Schon als Kind begann ich Bücher zu schreiben. Meine Mutter sagte mir damals, Schriftstellerin sei kein Beruf, mit dem man Geld verdienen könne. Also wich ich auf andere Traumberufe wie Tierärztin oder Psychologin aus. Aber irgendwie kehrte ich immer wieder zum Schreiben zurück. Ein ganzes Buch zu schreiben, das am Ende keiner verlegen will, schien mir zu riskant. Aber es gibt ja noch andere Möglichkeiten mit Texten Geld zu verdienen.

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Bei einem Schulausflug in eine Redaktion erzählte uns der Sportjournalist, dass es vor allem darum geht, die Nachrichten schnell hinzuschmieren, damit sie am nächsten Morgen rechtzeitig erscheinen können. Und dass es sehr schwer sei, ein Volontariat zu bekommen und eine Festanstellung fast unmöglich. Das entmutigte mich. Statt einfach auszuprobieren, ob es nun das Richtige für mich ist, verdrängte ich den Wunsch wieder. Dazu kamen Verwandte und Freunde, die mahnten: „Der Journalismus stirbt aus“, „Als Freelancer hat man keine Sicherheit“, „In der Wirtschaft verdient man mehr“, „Die Konkurrenz ist hoch“, „Für die Tests von Journalistenschulen braucht man ein extrem gutes Allgemeinwissen.“

Der richtige Weg ist selten der einfachste

Und sie hatten recht. Recht damit, dass die Menschen immer mehr online lesen und Journalisten deshalb weniger verdienen als früher. Damit, dass niemand für Artikel bezahlt, ohne dass die Autoren Erfahrung mitbringen. Und damit, dass renommierte, überregionale Tageszeitungen oft viele Bewerber haben. Und genau deshalb ist Zögern kontraproduktiv. Noch sind andere vielleicht qualifizierter, aber das lässt sich ändern. Einfach anfangen! Denn sonst wird der Traum nie Wirklichkeit.

Trotzdem ist es gut, einen Plan B zu haben. Vor allem bei künstlerischen Berufswünschen. Mein Plan B war, dass ich etwas studiere, womit mir auch andere Berufe offen stehen. Das erste Redaktionspraktikum hat sich eher zufällig ergeben. Danach habe ich dann die Hauptenergie endlich in Plan A gesteckt, egal was andere sagen. Vielleicht schafft ihr es früher. Denn nervige Kalendersprüche sind eben doch manchmal wahr: Glaub an dich. Nutze Chancen. Mach was du liebst.

Die Erfahrung lehrt: Scheinbar utopische Berufsziele sollte man nicht verwerfen. Nur wer einfach anfängt in dem Bereich Erfahrungen zu sammeln, gehört irgendwann zu den vermeintlichen Überfliegern, die den Job bekommen.

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