Ausgefallene Studentenjobs: Website-Tester

Eine Webseite anschauen, ohne dabei auf deren Nutzerfreundlichkeit zu achten und nach Fehlern zu suchen, das fällt Marcel Müller schwer. Der Grund dafür ist sein Studentenjob. Der junge Berliner arbeitet für Testbirds, einer in München ansässigen Firma, die im Auftrag von Unternehmen deren Webseiten und Apps testet.

Weltweit gibt es zahlreiche solcher Anbieter, für Testbirds arbeiten allein 200.000 Menschen, etwa 30 Prozent von ihnen studieren. Dass es so etwas gibt, hat Marcel über einen Professor erfahren. „Ich habe mich beworben und musste zunächst den Onlineshop eines bekannten Elektrohändlers testen“, erinnert er sich. Nach zwei Tagen erhielt er die Auswertung und wurde engagiert. Seither testet Marcel regelmäßig Webseiten und Apps. „In seinem Profil legt man fest, für welche Themen man sich besonders interessiert und kann so recht zielgenau bestimmen, welche Art von Angeboten man testen möchte.“ Marcels Vorlieben sind Sport, Autos und IT, weshalb er insbesondere von Online-Shopps und Portalen für Sportnachrichten Einladungen erhält. Was genau er dann beurteilen soll, hängt vom jeweiligen Auftrag ab. „Mal geht es darum, eine bereits geschaltete Webseite durchzutesten und anzugeben, was einem gefallen hat und was nicht und ob man auf bestimmte Funktionen gestoßen ist. Mal spielt man auf einer Testseite Anwendungsfälle durch, muss also beispielsweise eine Reise zu seinem Wunschzielort buchen samt Flug und Hotel.“

Jeder Auftrag wird mit einer festgelegten Summe honoriert. „Neulinge bekommen Einstiegstests, mit der Zeit werden die Aufträge komplexer“, sagt Marcel. Anfangs habe er etwa 10 Euro pro Stunde bekommen, mittlerweile seien es rund 15 Euro. „Findet man Fehler, etwa nicht funktionierende Weiterleitungen, werden diese extra bezahlt.“ Die Mehrzahl der Tests dauern etwa eine Stunde. In der Regel hat man mindestens 24 Stunden Zeit, sie zu absolvieren. „Mein bisher größter Test war mit sechs Stunden veranschlagt, dafür hatte ich zwei Wochen Zeit“, so Marcel. Dabei musste er bei einem Versicherer einen Unfall simulieren, samt Notruf. Besonders viel Spaß hat der Student an Praxistests, die im realen Leben stattfinden. „Ich hab mal eine App getestet, mit der man Parkplätze findet. Das hat Spaß gemacht.“

Geeignet sei für diesen Nebenjob prinzipiell jeder, meint Marcel. „Wichtig ist nur, dass man organisiert ist, Spaß daran hat, Technologien auszuprobieren und sich in Lage des Auftraggebers versetzen kann.“ Denn der will schließlich ein bestmöglich funktionierendes Angebot auf den Markt bringen.

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Seit nunmehr knapp vier Jahren habe ich das große Vergnügen, die Jugendredaktion der Berliner Zeitung leiten zu dürfen. Täglich darf ich mit schlauen, wissbegierigen und extrem talentierten jungen Menschen zusammenarbeiten und dieses Newsportal mit frischen Artikeln bestücken. Ich selbst war zuvor übrigens unter anderem beim Tagesspiegel tätig und habe für den dpa-Themendienst geschrieben. Mein Volontariat habe ich bei Raufeld Medien und Cicero Online absolviert. Achso, an der FU habe ich Politik sowie Publizistik- und Kommunikationswissenschaften studiert – wie irgendwie fast alle halt.

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