Aniko macht gerade ein Erasmus-Semester. Hier erklärt sie Schritt für Schritt, wie genau das funktioniert.

In Teil 1 unserer Serie „So geht Erasmus“ beschäftigen wir uns mit dem Papierkram, der mit Erasmus verbunden ist. In Teil 2 geht es um die Wohnungssuche und in Teil 3 ums Koffer packen. Teil 4 befasst sich mit der gedanklichen Vorbereitung und dem Abschiednehmen. Wie man gut ankommt und sich vor Ort organisiert, steht in Teil 5. Teil 6 dreht sich darum, Kontakte und Freundschaften aufzubauen – und zu halten. Und zum Schluss, in Teil 7 (coming soon!), erklärt Aniko wie man die schönen Erinnerungen am besten aufbewahrt.

Es geht los!

Es ist so weit, die Ausreise steht kurz bevor. An dieser Stelle sind erste Panikattacken und aufgeregte Telefonate mit der besten Freundin in jedem Fall zulässig. Wer mit klopfendem Herzen und tausend Gedanken im Kopf vor seinen leeren Koffern steht, dem sei zu Listen und Post-its geraten. Denn die Winterstiefel auf einer Reise Richtung Norden zu vergessen kann das Auslandssemester ziemlich schnell vermiesen. Darum sollte man spätestens zwei Wochen vor dem Umzug eine erste klare Aufstellung aller wichtigen Kleidungsstücke und Utensilien anlegen.

Katze im Koffer

Die Katze darf leider nicht mit, auch wenn sie bei Heimweh hilft.

Kategorien schaffen die Übersichtlichkeit, Prioritäten geben die Reihenfolge an. Am wichtigsten sind die Dinge, die im Ausland schwer oder gar nicht zu bekommen sind. Darunter fallen Medikamente, die Ukulele, das liebste Kuscheltier und der erste Liebesbrief vom Freund oder der Freundin. Wen der Kulturschock im Gastland richtig trifft, wird sich über sentimentale Kleinigkeiten später freuen. Darüber hinaus stehen die Chancen schlecht, Uni-Materialien und Lehrbücher im Ausland (in der Muttersprache) zu bekommen. Auch Equipment für Sportler (Yogamatte, Faszienrolle, Gummibänder) und Freunde der Meditation (Klangschale, Sitzkissen, Duftstäbchen) dürfen nicht fehlen. Oder?

Hier sollte sich ein Austauschstudent nämlich fragen: Was brauche ich wirklich? Dieses Mantra muss das Listenschreiben und Kofferpacken stets bestimmen.

Ein paar grundsätzliche Tipps:

  • Ein Monats-Vorrat an Kosmetika und Hygieneartikel reicht aus, um im Gastland nicht sofort einkaufen gehen zu müssen (denn dafür bleibt in den ersten Wochen keine Zeit.)
  • Da Kleidungsstücke in jedem Land der Welt nachgekauft werden können, stehen sie ganz unten auf der Liste. Unterwäsche, Socken und eine Basic-Ausstattung gegen Regen dürfen jedoch nicht fehlen. Alles darüber hinaus sollte unter Berücksichtigung der vorherrschenden Klimazone des Gastlandes gepackt werden.
  • Je nachdem, wie viel Platz im Koffer ist, können grundlegende Küchenutensilien mit hinein. Darunter fallen zum Beispiel ein kleinerer Kochtopf mit Deckel und Besteck. Bruchsicher verpackt durch Küchenhandtücher können ein Teller und eine Müslischale später Geld sparen.
  • Um entspannt zu bleiben und nichts zu vergessen, müssen Koffer und Handgepäck am Vorabend der Abreise an der Haustür stehen. Um sich zu motivieren, hilft es, sich eine zeitliche Deadline zu setzten. Die Nacht durchzupacken und am nächsten Morgen verspätet zwischen Ladekabeln und gefalteten Hemden aufzuwachen, garantiert einen schlechten Start in die kommende Zeit. Organisieren und vordenken zahlt sich hier aus.
  • Unterstützung beim Packen kann man sich von der Familie oder Freunden holen. Diese sorgen nicht nur für seelischen Beistand, sondern schauen auch mit einem objektiven Blick auf das tetris-ähnliche Spiel, das sich der Eramus-Student mit seinem Koffer liefert.

Das kommt ganz zum Schluss:

Zu guter Letzt wandern Proviant und besonders wichtige oder wertvolle Objekte ins Handgepäck. Dazu zählen Reisedokumente, die Spiegelreflexkamera, der iPod, das Notizbuch und mobile Stromquellen. Mit einem letzten Blick auf die nun hoffentlich abgehakte Packliste kann der Reißverschluss des Koffers zugezogen und der Koffer zur Sicherheit gewogen werden, um peinlichen Situationen am Flughafen zu entgehen. Ein letztes Abklopfen der Kofferkanten gibt Aufschluss über noch hohle Stellen, die mit Socken oder T-Shirts ausgefüllt werden müssen. Mit Koffergurten können besonders breite Exemplare gezähmt werden. Das Zuschnappen des Schlosses schließt den nächsten erfolgreichen Schritt Richtung Erasmus-Aufenthalt ab.

Beitragsbilder: Christine und Hagen Graf, CaptMikey9 (beide CC BY 2.0)/ Flickr