Einkaufswagen
Soooo viele Waren. Da verfallen viele leider in einen kleinen Kaufrausch - auch Kristinas Eltern.

Nachhaltigkeits-Kolumne: Wer mehr kauft, der mehr gewinnt?

Kristina versucht, so umweltbewusst wie möglich zu leben. Ihre Familie tut sich damit leider schwer. Das zu ändern, ist Kristinas Ziel. Wie gut das klappt – darüber berichtet sie regelmäßig in unserer neuen Kolumne.

Von Kristina Vasilevskaja, 18 Jahre

Es klingelt und ich weiß schon, wem ich die Tür aufmache. Sie hatte wohl wieder keine Hand frei, bei all den Tüten, die zu schleppen sind. In den bereits relativ gefüllten Kühlschrank wird das alles jedenfalls nicht reinpassen. „Ich hab Geschenke bekommen!“, schreit meine Schwester durch die Wohnung. „Toll“, entgegne ich ohne Neid, denn ich brauche kein unnötiges Zeug. Essbar oder nicht, wir kaufen mehr, als wir brauchen. Klar, wer freut sich nicht über ein Geschenk oder das Lieblingsobst? Wir wollen uns etwas gönnen, aber es gibt diesen Punkt, an dem Essen verschimmelt, weil es nicht gegessen wird und Spielzeug verstaubt, weil es nicht benutzt wird.

Es scheint nur noch ums Geldverdienen und -ausgeben zu gehen

stellt Kristina bedauernd fest.

Ich brauche nicht zu schreiben, dass wir unser Konsumverhalten überdenken sollten. Das ist hoffentlich mittlerweile bei den meisten angekommen. Es geht mir darum, die Tricks der Konzerne und Supermärkte zu durchschauen. Wenn ein Produkt im Angebot ist, heißt das noch lange nicht, dass man es braucht. Im Supermarkt gilt: Lieber kaufen, was auf der Liste steht und nicht mehr – so wie nicht nur meine Eltern das ständig tun.

Meine Sitznachbarin scrollt im Unterricht auf ihrem Smartphone und ich schiele zu ihr hinüber – sie shoppt Make-up und neue Anziehsachen. „Ich dachte, du wärst knapp bei Kasse?“, frage ich, worauf sie antwortet: „Ja, aber hast du mal diese Bluse gesehen?!“ Ich schüttle nur den Kopf und sie lacht. Sie geht seit einem Jahr arbeiten, mindestens zweimal wöchentlich – manchmal beschwert sie sich über die viele Zeit, die sie auf der Arbeit verbringt. In unserem Zeitalter scheint es nur noch ums Geldverdienen und -ausgeben zu gehen: ein steter Fluss, der selbstverständlich der Wirtschaft zugutekommt. Aber wenn ich mich erinnere, dass „shoppen“ in der Grundschule noch ein legitimes Hobby war und Jugendliche noch immer in ihrer Freizeit stundenlang und regelmäßig shoppen, dann laufen wir in die falsche Richtung, nicht nur im Hinblick auf die Nachhaltigkeit.

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Kategorien Instagram Umwelt Welt

Ich bin Kristina und schreibe zwar nicht, seitdem ich einen Stift halten kann. Dafür schreibe ich jetzt mit Leidenschaft und meinem Lamyfüller. Es gibt viel, was ich in der Welt ändern möchte, deshalb ist wohl der erste Schritt, anderen davon zu erzählen. Mit Fotografien, Bildern und Texten kommuniziere ich und zeige mich der Welt ein klein wenig mehr.

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