Kristina will die Mülltrennung in ihrem Haus optimieren.

Nachhaltigkeits-Kolumne: Meine Familie und die Mülltrennung

Kristina versucht, so umweltbewusst wie möglich zu leben. Ihre Familie tut sich damit leider schwer. Das zu ändern, ist Kristinas Ziel. Wie gut das klappt – darüber berichtet sie regelmäßig in unserer neuen Kolumne.

Von Kristina Vasilevskaja, 18 Jahre

Ich selbst bin seit Frühling in einer Naturschutzorganisation aktiv. Im März war ich bei meiner ersten „Fridays for Future“-Demonstration. Ich höre Podcasts, wie wir weniger konsumieren und cleaner essen können. Meine Familie konfrontiere ich regelmäßig mit meinem neu gewonnenen Wissen. Mein erstes Ziel: die Mülltrennung optimieren. Klingt unkompliziert? Eigentlich schon. Ist es aber nicht!

„Selbst meiner jüngeren Schwester ist korrekte Mülltrennung zu aufwendig.“

Das entmutigt Kristina – aufgeben ist aber keine Option.

Bringe ich den Biomüll raus, schaue ich seufzend auf die in der Tonne liegenden Tüten. „Dann wirf den Biomüll doch aus der Tüte und schmeiß sie extra weg“, bitte ich meine Mutter. „Du wirst das nicht machen, richtig?“ Ihr Schweigen war mir Antwort genug. Es war hoffnungslos, denn sie wusste ganz genau, was Plastik im Biomüll für einen Effekt hat. Aber die anderen im Haus machten es ja auch so, dann machte es keinen Unterschied, wenn wir uns anschlossen. Dennoch bat ich meine Mutter, den Plastiksack nicht zu verknoten. Draußen dann hob ich den Deckel mit gerümpfter Nase hoch und schüttelte alles raus, ging zurück zu den Containern und warf die Tüte hinein. Wie stolz ich war. Ich habe etwas Gutes getan, eine kleine Handlung mit viel Wirkung – hoffte ich. Denn auch die anderen Nachbarn entsorgen den Bioabfall in zugeknoteten Plastiktüten.

Es könnte so einfach sein. Aber selbst meiner jüngeren Schwester ist korrekte Mülltrennung zu aufwendig. Ich erzähle ihr, was ich von meinem Chemielehrer zur richtigen Entsorgung von Joghurtbechern gelernt habe, und zeige ihr, wie man den Aluminiumdeckel abzieht und als kleines Bällchen in die gelbe Tonne wirft. Zwar landet auch der Becher dort, jedoch ist es dann einfacher für die Trennungsanlagen, das Aluminium aus dem Plastik zu holen. „Weiß ich“, antwortet sie. „Und warum habe ich noch nie gesehen, dass du das gemacht hast?“ Sie zuckt nur mit den Schultern. „Wäre ganz schön, wenn du das machen würdest“, entgegne ich ihr mit meinem Ältere-Schwester-Unterton. Ein biss-chen Umständlichkeit ist scheinbar auch für einige junge Menschen eine unüberwindbare Hürde. Ich lasse mich davon nicht entmutigen und werde weiter nerven, im Namen der Umwelt.

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Ich bin Kristina und schreibe zwar nicht, seitdem ich einen Stift halten kann. Dafür schreibe ich jetzt mit Leidenschaft und meinem Lamyfüller. Es gibt viel, was ich in der Welt ändern möchte, deshalb ist wohl der erste Schritt, anderen davon zu erzählen. Mit Fotografien, Bildern und Texten kommuniziere ich und zeige mich der Welt ein klein wenig mehr.

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