Wahlplakat SPD Dresden

Was die Politik aus den Landtagswahlen lernen muss

Sachsen und Brandenburg haben gewählt. Die rechtspopulistische AfD hat wie erwartet gut abgeschnitten. Nun dreht sich die Debatte um sie. Dabei sollte sich die Politik auf etwas ganz anderes konzentrieren.

Dritter September, zwei Tage nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen. Gestern waren die Medien voll von Aufatmern á la „die AfD ist zum Glück nicht stärkste Kraft geworden“. Doch statt der AfD durch Medienpräsenz weiter in die Hände zu spielen, sollten die Parteien bei sich mit der Arbeit beginnen: ihre Glaubwürdigkeit restaurieren.

Beginnend mit der FDP, die auf Bundesebene die Koalitionsverhandlungen platzen ließ, über Annegret Kramp-Karrenbauer, die von einem Fettnäpfchen ins nächste torkelt, hin zu der ewigen Misere mit dem Parteivorsitz bei der SPD. Das Nicht-Handeln der Regierung in der Klimakrise. Die Kandidatur des Satirekünstlers Jan Böhmermann für den Vorsitz der SPD. Wie sollen junge Menschen Politik da noch ernst nehmen, wenn ein Satiriker einfach mal so für ein so hohes politisches Amt kandidiert? Damit wird ein Beruf, der an sich viel Ernsthaftigkeit und Wissen voraussetzt, komplett ins Lächerliche gezogen. Man braucht sich daher zurzeit nicht darüber wundern, dass viele junge Leute deutsche Politik nicht für voll nehmen.

Daran muss jetzt gearbeitet werden. Viele Jugendliche und Erstwähler kennen bisher nur Merkel als Kanzlerin und die GroKo als Regierungsbündnis. Und sie kennen die medialen Aufreger, die diese Parteien in den letzten Jahren verursacht haben. Sollten sich die alten Volksparteien CDU und SPD ihre Mehrheit zurückwünschen, müssen sie an ihrer Arbeitsweise, ihren Inhalten und ihrer Präsenz arbeiten.

Das Wahlergebnis im Osten war definitiv ein Schlag ins Gesicht – aber er war keineswegs unvorhersehbar. Es sollte als Chance genutzt werden. Jetzt können die Parteien beweisen, dass sie problemorientiert und bürgernah arbeiten können – und wollen. Die Politik hat jetzt die Möglichkeit bekommen, sich selbst wieder ernst zu nehmen.

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Wenn ich, 22, eine Top 5-Liste mit Sätzen, die ich in den vergangenen drei Jahren am häufigsten gehört habe, aufstellen würde, wäre „Was wird man denn so nach einem Geschichtsstudium?“ ganz weit oben vertreten. Zum Glück habe ich mittlerweile eine Antwort darauf gefunden: Journalistin. Darauf gekommen bin ich durch das Lesen von Harald Martensteins Artikeln, der selber Geschichte studiert hat. Von ihm habe ich auch meinen neuen Zukunftsplan: einfach immer schreiben. Genau das mache ich jetzt hier bei Spreewild, nachdem mir mein Praktikum in der Jugendredaktion so gut gefallen hat.

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