Nachdem die Mitglieder der SPD mehrheitlich für eine Große Koalition gestimmt haben, interessiert uns natürlich: Was ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD eigentlich für unsere Altersgruppe von Bedeutung? Wir haben das Dokument genauer unter die Lupe genommen.

„Europa muss ein Kontinent der Chancen sein, besonders für junge Menschen. Sie sind Europas Zukunft. Wir wollen, dass junge Menschen ihre Hoffnungen auf Europa setzen können. Wir wollen, dass sie gute Jobs finden, sich frei und mobil in Europa bewegen können, dass sie im Austausch mit anderen Freundschaften schließen und europäisches Zusammenleben praktisch erfahren können. Deshalb wollen wir die Austauschprogramme wie Erasmus+ ausbauen und die Jugendarbeitslosigkeit mit mehr Mitteln der EU bekämpfen.“

Von Viktoria Koch, 21 Jahre

Schulen
Rund zwei Milliarden Euro sollen laut dem Koalitionsvertrag in den Ausbau von Ganztagsschul- und Betreuungsangeboten investiert werden. Außerdem wollen die Politiker sich für eine stärkere Digital-Infrastruktur an allen Schulen einsetzen und eine gemeinsame Cloud-Lösung finden. Auch die Angebote zur Berufsorientierung beispielsweise durch die Arbeit von Jugendberufsagenturen sowie Schüler- und Leistungswettbewerbe sollen ausgebaut werden.

Hochschulen
„Mehr Investitionen in Studienplätze und Qualität in Forschung und Lehre. Deutliche Verbesserung und Ausbau BAföG.“ Die Weiterbildungsangebote sollen ausgeweitet werden und ein Programm für den beruflichen Aufstieg durch Bildung entstehen. Des Weiteren soll die wissenschaftliche Weiterbildung intensiviert, mehr Online-Lernangebote und digitale Inhalte geschaffen und Netzwerke von Hochschulen und Unternehmen gefördert werden. Die Stipendienkultur und Begabtenförderwerke zu stärken, studentischen Wohnraum (z. B. Wohnheimplätze) entstehen zu lassen und die Hochschulen zu internationalisieren – ebenfalls Ziele der großen Koalition.

Berufliche Bildung
Neben der Einführung einer Mindestausbildungsvergütung könnte die duale Berufsausbildung durch den Abbau finanzieller Hürden beim Berufseinstieg und die Erstattung von bei der Meisterprüfung angefallenen Gebühren erleichtert werden.

Austauschprogramme
„Internationalen Jugendaustausch weiter stärken, damit junge Menschen unabhängig von Herkunft und Bildung die Chance haben, an einem internationalen Jugendaustausch teilzunehmen.“

Kultur
Durch das Programm „Jugend erinnert“, das Besuche von Gedenkorten und Workshops beinhaltet, wird gegen den Antisemitismus gekämpft. Das Programm „Kultur macht stark“ dient dem Ausbau des grenzüberschreitenden europäischen Kultur- und Jugendaustauschs.

Internet
„Gigabit-Netze in alle Regionen: 10 bis 12 Milliarden Euro für flächendeckende Glasfaser-Netze. Aufbau des Echtzeit-Mobilfunkstandards 5G. Freies WLAN an allen öffentlichen Einrichtungen, Zügen und Bahnhöfen der Deutschen Bahn.“

Kinder- und Jugendmedienschutz
Hier ist das Ziel, vor gefährdenden Inhalten zu schützen, die Persönlichkeitsrechte und Daten der Nutzer sicherzustellen sowie die Medienkompetenz zu stärken.

Jugendpolitik
„Jugendliche für Politik begeistern“ – die eigenständige Jugendpolitik und eine gemeinsame Jugendstrategie der Bundesregierung sollen fortgeführt werden.

Kinderarmut
„Kinder- und Jugendhilfe weiterentwickeln, den Kinderschutz verbessern und die Familien unterstützen“ – das Kinder- und Jugendhilfegesetz sowie das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz sollen weiterentwickelt werden.

Beitragsfoto: Tobias Koch/CDU