Schlechtes Schulessen, marode Klassenräume, abstrakte Lehrpläne, die nicht auf das reale Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereiten. Was der Landesschülerausschuss 2018 ändern will.

Von Antje Waldschmidt

1. Demokratieförderung
Der LSA setzt den Schwerpunkt für 2018 auf das Erlernen von Demokratie und Kompetenzen zum demokratischen Handeln. Das ist auch dringend nötig, denn die Gesellschaft, in der wir leben, gestalten wir! Das geht allerdings nur, wenn wir früh genug dazu befähigt werden und verstehen, wie das funktioniert.

  • Stärkung der Basisdemokratie an den Schulen
  • das Wahlalter auf 16 Jahre senken
  • Mitsprache bei der Rahmenlehrplanerstellung
  • das Fach Politische Bildung stärken (die vom LSA angestoßene Facheinführung 2018/19 kritisch begleiten und forcieren)

2. Belastung durch Hausaufgaben senken
Hausaufgaben sind dafür gedacht, den Unterrichtslernstoff zu vertiefen. Doch sie werden oft genutzt, um nicht geschaffte Lerninhalte outzusourcen! Der LSA beklagt die Überbelastung von Schüler * innen und die soziale Ungerechtigkeit durch Hausaufgaben, denn nicht alle haben eine Familie, die sie bei der Erledigung unterstützt oder die nötige Nachhilfe finanzieren kann.

  • einen stärkeren Sinndialog über Hausaufgaben führen
  • Hausaufgabenregelungen an jeder Schule einführen (u.a. mit Zeitlimit, keine HA über das Wochenende/ Ferien aufgeben)
  • Reform des HA-Systems (u.a. Ganztagsausbau und eine garantierte HA-Betreuung an den Schulen)

3. Integration/ Inklusion
Dieses Thema ist vielfältig und hat unzählige Unterthemen. Im Mittelpunkt stehen die Sensibilisierung für und die gesellschaftliche Teilhabe von Minderheiten und sozial benachteiligten Gruppen. Generell gilt: Grundlegend ist die Einbeziehung Aller in die Gesellschaft!

  • mehr (geschulte) Lehrkräfte und Sonderpädagog * innen einstellen
  • vollständige Barrierefreiheit in Schulen schaffen
  • stärkere Ausarbeitung von Themen wie Drogenproblematik, Rassismus Sexismus, individuelle Förderung, Einbindung von Grundschulen in LSA

4. Digitalisierung
Das digitale Zeitalter darf an Schulen kein Neuland sein. Der LSA fordert ein geschlossenes großes Medienkonzept und die Stärkung von Kompetenzen und relevanter Ausstattung an Berliner Schulen, um Schüler * innen unter dem Motto „Behandlung und Dialog statt Verbot“ fit für die digitale Zukunft zu machen.

  • Abschaffung des generellen Handyverbots
  • Online-Server mit aktuellen Noten, Hausaufgaben, Arbeitsblättern & Open-Source-Arbeit sowie OER-Nutzung anbieten
  • Programmiersprache als Grundkompetenz neben Fremdsprachen einführen
  • mehr Investitionen für Hardware & Fortbildungen der Lehrkräfte

5. Kostenlose Erste-Hilfe-Kurse für alle
Es ist unser aller Bürgerpflicht in einer Notsituation Erste Hilfe zu leisten. Doch dazu müssen bereits Schüler * innen kostenlos befähigt werden. Weiterhin findet der LSA erschreckend, wie viele Menschen an Hilfsbedürftigen vorbeilaufen und regt zu mehr Projekten für Zivilcourage an.

Foto: Landesschülerausschuss Berlin

  • flächendeckend vollständige Erste-Hilfe-Kästen einführen
  • die Möglichkeit in der Schule bieten auf freiwilliger Basis einen kostenfreien Erste Hilfe Kurs zu besuchen
  • den Themenbereich „Erste Hilfe“ verpflichtend in der 7./8. Stufe in Fächern wie Biologie und Sport aufnehmen und wiederholen

Dies ist ein Auszug der wichtigsten Forderungen des Landesschülerausschusses für das Jahr 2018. Die ausführliche Ausblickspräsentation findest du hier.

Der Landesschülerausschuss (LSA) ist die oberste demokratisch legitimierte Vertretung aller Berliner Schüler und Schülerinnen. Das Ziel ist es, auf die Missstände im Berliner Bildungssystem aufmerksam zu machen und sich für die Rechte der Schüler * innen gegenüber dem Senat sowie Lehrern und Eltern einzusetzen.

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