Der Wahlsonntag ist zwar erst in ein paar Wochen, „Germany’s Next Bundeskanzler“ wurde aber bereits am Freitag gefunden: Der 23-jährige Kölner und Martin Schulz-Neffe Julius Freund gewann den vom Verband der Jungen Unternehmer initiierten Wettbewerb.

Dessen Ziel war es, junge Menschen für Politik zu begeistern, zumindest aber zur Wahl zu motivieren.

Der Wettbewerb wurde größtenteils online ausgetragen: Kandidaten posteten Videos, beispielsweise über ihre geplanten Amtshandlungen, dann konnte gevotet werden. Die fünf Teilnehmer mit den meisten Stimmen reisten schließlich zum Finale nach Berlin. Dort mussten sie sich untereinander, aber auch vor der Jury um die stellvertretende Vorsitzende der Jungen Unternehmer, Johanna Strunz, den stellvertretenden BILD-Chefredakteur Nikolaus Blome, die CDU-Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer und Youtuber LeFloid beweisen. Die hatte am Ende große Mühe sich auf einen Sieger zu einigen.

Junge Kandidaten schon zu weit von der Zielgruppe entfernt?

In Berlin hatten die Kandidaten auch erstmals die Gelegenheit sich direkt über ihre „Wahlprogramme“ auszutauschen – so richtig hitzige Debatten gab es dennoch nicht. Es wurde über das bedingungslose Grundeinkommen, über das Renteneintrittsalter und über TTIP diskutiert, alles sehr gefasst, überlegt und informiert. So kam von Journalist Blome schließlich auch der Kommentar, die jungen Menschen würden schon einen „Politikersprech“ beherrschen. Bereits zuvor war aus dem Publikum der Eindruck geschildert worden, die Kandidaten wirkten schon sehr erwachsen und möglicherweise doch nicht so nah an der jungen Zielgruppe. Tatsächlich engagieren sich alle Finalisten bereits seit längerer Zeit, sind zum Teil auch in bestehenden Parteien aktiv.

Alle betonten jedoch, dass es bei dem Wettbewerb nicht um ihren bisherigen Werdegang und eigentlich auch gar nicht so sehr um Konkurrenzkampf gegangen sei. Gewinner Julius fasste zusammen: „Wenn wir auch nur einen mobilisieren konnten, wählen zu gehen, dann war das ein voller Erfolg.“ Alle Finalteilnehmer wurden von der Jury für ihre Vorbildfunktion gelobt. Der Next Bundeskanzler kann sich nun über 10.000 Euro Preisgeld freuen, das er übrigens in einen Studienfachwechsel investieren will.