Prominente
 Frage

Maite Kellys Frage an die Jugend: „Wie schafft ihr es, so einen Durchblick zu haben, bei dieser Flut an Informationen?“

Maite Kelly
ist Sängerin. Zuletzt erschien ihr Album „Wie ich bin“. Foto: DDP
Maite Kelly
ist Sängerin. Zuletzt erschien ihr Album „Wie ich bin“. Foto: DDP



Die Jugendredaktion antwortet: Liebe Maite Kelly, um bei Ihrem Bild von der Informationsflut zu bleiben: Über die modernen Kommunika­tionsmittel erreichen uns andauernd Massen von Informationen. Das verursacht nicht nur erwiesenermaßen Stress, sondern führt auch dazu, dass wir uns nie wirklich up to date fühlen. Ich würde sagen, dass wir das aufgegeben haben. Unserer Generation ist wahrscheinlich bewusster als jeder anderen zuvor, dass die Informationen, die wir gerade haben, in dem Moment, in dem wir sie bekommen, schon nicht mehr die aktuellsten sind. Und das, obwohl sich die Geschwindigkeit, mit der wir sie kriegen, ständig erhöht. Irgendwie müssen wir die vielen Nachrichten filtern. Die Einzigen, die früher die Geschehnisse einordnen, ihre Wichtigkeit gewichten konnten, waren Journalisten. Heute machen die Menschen das zum großen Teil selbst.

Was eine Nachricht ist, entscheidet sich danach, ob wir es auf Facebook posten, teilen oder liken. Ob etwas wichtig ist oder nicht, entscheidet sich nicht mehr danach, ob es auf einer Titelseite auftaucht, sondern danach, wie oft es geteilt wurde. Während sich viele Ältere lieber noch auf die klassischen Medien verlassen, für die Leute arbeiten, die gelernt haben, wie man zwischen Unwichtig und Wichtig unterscheidet, geschieht das bei uns ganz unbewusst. Wichtig ist nur noch, was wir gerade interessant finden.


Je mehr Informationsquellen wir haben, desto mehr müssen wir uns bemühen, den Überblick zu behalten. Foto: Raufeld/Alexandra Nuijen
Je mehr Informationsquellen wir haben, desto mehr müssen wir uns bemühen, den Überblick zu behalten. Foto: Raufeld/Alexandra Nuijen

Die Gefahr dabei ist nur, dass die News über die neue Bachelorette und das Dschungelcamp genauso wichtig sind wie Katzenbilder, aber die Ukraine-Thematik dabei untergeht. Deshalb bezweifle ich auch, dass es uns wirklich gelingt, den Durchblick zu behalten. Wir bekommen zwar zu zahlreichen Themen sehr schnell sehr viele Informationen. Aber das, was man im Allgemeinen unter Durchblick versteht, der Überblick über das allgemeine Tagesgeschehen, geht so doch ziemlich verloren.

Außerdem fehlt den meisten von uns Hintergründwissen. Wir lesen Posts und Tweets und Liveticker, aber kaum mehr längere Texte. In diesem Sinne sage ich allen, die bis hierher gelesen haben: Danke fürs Dranbleiben.

Ihre Carola Wondrak (21 Jahre)

 

 

 

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Kategorien Politik

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