Wir posten, wir sharen, wir machen anderen Daten und Informationen zugänglich – willkommen auf Social Media. Doch so, wie wir das Internet heute nutzen, könnte es bald nicht mehr möglich sein.

Grund dafür ist eine mögliche Gesetzesreform. Der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments in Brüssel hat am vergangenen Mittwoch über die Neuregelung des Urheberrechts abgestimmt. Die Mehrheit war für eine Verschärfung: Durch sogenannte Uploadfilter sollen Portale wie Facebook, Instagram oder YouTube bereits beim Hochladen eines Inhalts überprüfen, ob Urheberrechte verletzt wurden, und dann gegebenenfalls eine Lizenz für den beanstandeten Inhalt kaufen – oder den Inhalt von vornherein sperren.

Memes, lustige Bildausschnitte, kurze Sequenzen aus Filmen oder Serien dürften dann nicht mehr veröffentlicht und geteilt werden. Ein Video, das die Freunde tanzend auf einer Party zeigt, dürfte nicht hochgeladen werden, da im Hintergrund urheberrechtlich geschützte Musik zu hören ist. Kurz: Automatisierte Uploadfilter würden mithilfe von Algorithmen sämtliche Inhalte in den sozialen Netzwerken kontrollieren.

Das könnte am Ende dazu führen, dass die Vielfalt der Inhalte abnimmt und die Informations- und Meinungsfreiheit eingeschränkt werden. Schwer vorstellbar, dass die Filter Zitate, Parodie und Satire erkennen.

Das Europaparlament soll im Juli entscheiden. Wer sich bis dahin gegen die Reform einsetzen möchte, kann das im Netz auf zahlreichen Seiten und Petitionen tun.