grüne Palmblätter im Dschungel

Keine Stars,
 ich bin raus

Das Dschungelcamp war eine einzige Enttäuschung – selbst für Fans von Trash-TV.

Traditionell startet das neue Jahr mit Trash-TV auf den privaten Sendern. Der Bachelor sucht verzweifelt eine Traumfrau und Stars essen Würmer im australischen Urwald. Besonders das „Dschungelcamp“ hat es mir mal angetan. Das Konzept – einfach wie genial – bestand darin, prominente Gesichter in den Schlamm zu tunken.

Ich schreibe in der Vergangenheitsform, denn in den vergangenen Jahren ist die Besetzung von Mal zu Mal unbekannter geworden. Doch ohne Prominente ging der letzte Reiz verloren, sich zur Abendstunde leidende Menschen anzusehen. Die gerade zu Ende gegangene Staffel habe ich daher kaum verfolgt.

Im diesjährigen Dschungelcamp konnte lediglich Kandidatin Leila Lowfire einigen Zuschauerinnen und Zuschauern bekannt vorgekommen sein. Vielleicht auch nur Teile von ihr: Ihre Stimme – als „Sexpertin“ ist sie Moderatorin eines erfolgreichen Podcasts – oder ihre Oberweite, die sie allenthalben präsentiert. Sie wurde auch schon als Freundin des Rammstein-Sängers Till Lindemann gehandelt. Ob das die Bezeichnung „Star“ rechtfertigt – so heißt es ja im offiziellen Sendungstitel „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ –, ist fraglich.

„Promi“ ist für RTL ein dehnbarer Begrif

Fragen stellten sich auch beim Blick auf die weiteren Teilnehmer zuhauf. Das Attribut „prominent“ ist für RTL offenbar ein sehr dehnbarer Begriff. Denn schon der Transfer von einer Trash-Sendung in die nächste verleiht Menschen wie Chris Töpperwien und Tobias Wegener anscheinend Promi-Status. Nie gehört? Wen wundert’s! Die übrigen gescheiterten Fernsehshowteilnehmer Evelyn Burdecki und Domenico De Cicco scheinen ebenso aus dem dunklen Morast der „Z-Promis“ zu entstammen wie eine gewisse Gisele Oppermann.

Wer sind all diese Leute? Wird nächstes Jahr auch meine Nachbarin teilnehmen können? Im Viertel kennt sie schließlich jeder.

Aniko

Wenn sich im „Dschungel“ nicht mehr bekannte Persönlichkeiten ihrer Würde entledigen, verfehlt die Sendung ihr Konzept. Ich dürfte nicht die einzige trash-geile Zuschauerin sein, die der Sender damit verloren hat.

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Kategorien Film & Fernsehen Medien Spreewild

90er-Kid, Bücherwurm, Weltenbummler. Ich liebe Musik und das geschriebene Wort. Letzteres kann man von mir seit 2012 hier lesen. Meine große Leidenschaft gilt dem Theater, das mich mehr als alles andere fasziniert. Wenn ich durch die Straßen Berlins laufe, kommt mir das Leben vor wie eine Aneinanderreihung vieler kleiner Inszenierungen, deren Geschichten alle festgehalten werden wollen. So inspiriert mich unsere Hauptstadt stetig zu neuen Themen für unsere Seite.