Auf Instagram gibt es einen neuen Körpertrend. Unter dem Hashtag #NotHeidisGirl zeigen junge Menschen, dass die Schönheitsideale, die Heidi Klum in ihrer Show „Germany’s Next Topmodel“ propagiert, utopisch und somit äußert gefährlich sind.

Vier Monate ist es mittlerweile her, dass ein weiteres, längst in der Versenkung verschwundenes „Määädchen“ bei der Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ gewann. Nun werden schon wieder die ersten Vorbereitungen für 2018 getroffen.

Ab sofort kann man sich sogar über Instagram für das Casting der 13. Staffel von GNTM bewerben. Heidi Klum rief bereits im Sommer junge Frauen dazu auf, ein Foto oder Video von sich – versehen mit dem Hashtag #IchBinGntm2018 –  zu posten, um von der Jury zum Casting eingeladen zu werden.

Bereitwillig folgten bis jetzt mehr als 4 000 Bewerberinnen dem Aufruf und zeigten ihrer Hoheit Heidi auf dem sozialen Netzwerk ihren schönsten Dackel-blick oder ihr jugendliches Dekolleté, festgehalten von Hobbyfotografen oder der eigenen Selfie-Kamera.

Schon seit mehreren Jahren steht die Casting-Sendung wegen ihres schlechten Einflusses auf die Selbstwahrnehmung und Gesundheit von Jugendlichen in der Kritik. Dennoch brauchte es scheinbar ganze zwölf Staffeln, bis es nun eine Gegenbewegung auf Instagram schaffte.

„Weil man wahre Schönheit nicht mit den Augen sieht“

Die Vulvarines, eine feministische Gruppe aus Mönchengladbach, setzen nun mit dem Hashtag #NotHeidisGirl ein Zeichen gegen die verschobene Realitätswahrnehmung Klums. Sie kritisieren damit nicht nur den Mangel an Individualität und Vielfalt bei GNTM, sondern auch die generelle Belanglosigkeit der Show, die – wie es der Publizist Roger Willemsen einmal treffend formulierte – zum „Maßstab humaner Seinserfüllung hochgeschwindelt“ wird.

Mehr als 100 Instagram-Nutzer haben sich bereits an dem neuen Trend beteiligt – und es werden mehr. Sie posten ebenfalls ein Bild von sich, halten zusätzlich aber noch ein Blatt Papier in die Kamera, auf dem neben #NotHeidisGirl auch steht, warum sie GNTM oberflächlich, sexistisch und Heidis Schönheitsideale für utopisch halten.

Statements wie „Weil § 1 Abs. 1 GG: ‚Die Würde eines Menschen ist unantastbar‘“ oder „Weil man wahre Schönheit nicht mit den Augen sieht“ zeigen, dass zumindest der deutsche Insta-Horizont nach inhaltlichen Fails wie Ab Crack, Thigh Gap und A4-Waist-Challenge endlich um einen teilenswerten Körpertrend erweitert wurde. Heureka!

 

Bilder: Screenshots von Instagram