Theater Strahl
In „Scheitern, Liebe , Hoffnung!“ versuchen die Figuren Kopf, Herz und Körper den besten Theaterabend aller Zeiten abzuliefern. Scheitern nicht erlaubt.
Interview

Was kommt eigentlich nach dem Scheitern?

In ihrer neuen Inszenierung „Scheitern, Liebe, Hoffnung!“ setzt sich das Theater Strahl mit Erfolgsdruck und Versagensängsten auseinander. Wir haben mit der Regisseurin gesprochen.

Scheitern, Liebe, Hoffnung: Wohl jeder Mensch kann Erinnerungen hervorrufen, die er mit diesen drei Worten assoziiert. Einige denken vielleicht an die eigene Schulzeit, an Erwartungen und Wünsche, an den sozialen Druck durch die Eltern und soziale Medien, der unsere Persönlichkeit und unser Handeln beeinflusst.

Scheitern ist dabei das Desaster, das es unbedingt zu vermeiden gilt. Dass wir Menschen sind und die ja auch Fehler machen wird zwar immer wieder gerne hervorgehoben. Aber dennoch bleibt der Nachgeschmack von Abwertung und Verurteilung. Hoffnung ist in dem Zusammenhang ein großes Wort und für viele eine zu optimistische Einstellung – denn auf das Beste zu hoffen ist nicht die beste Option.

Eben diesen Themen, dem Erfolgsdruck und der Versagensangst, widmet sich das Jugendtheater Strahl in seiner neuen Inszenierung „Scheitern! Liebe! Hoffnung!“. Das Stück erzählt vom Hinfallen und Aufstehen. Und Regisseurin Anna Vera Kelle von der Idee dahinter.

Was für persönliche Erfahrungen und Erinnerungen haben Sie mit in die Inszenierung genommen?
Ich war viel damit beschäftigt, dass ich in Bezug auf mein Leben nicht das Gefühl in irgendeiner Situation habe, gescheitert zu sein. Ich fragte mich, ob das bedeutet, dass ich nicht gescheitert bin oder es einfach nicht anerkenne – was auch eine Form des Scheiterns wäre.

Geht es auch darum, das Scheitern lieben zu lernen?
Es geht schon stark darum, dass man vor dem Scheitern keine Angst hat und es als Versuch sieht, nicht als Rückschlag. Scheitern ist etwas, was am Anfang steht: ein Ausgangspunkt. Und wir haben uns gefragt, was kommt eigentlich danach?

Scheitern ist wohl ein Begriff, mit dem jeder etwas anfangen kann.
Ja, das Thema spricht jeden an, deshalb ist das Stück nicht allein für Jugendliche sondern für jeden der bereits mit Scheitern Erfahrungen gemacht hat. 

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Wie war die Arbeit für die Schauspieler und in der Gruppe?
Es war schon sehr persönlich, da man sich in diesen zwei Wochen auch mit dem eigenen Scheitern auseinandersetzt.

Gab es Schwierigkeiten diese großen Themen in Bilder und Geschichten zu fassen?
Das Themenfeld ist riesig, wir haben uns aber für das persönliche Scheitern und die eigenen als auch Erwartungen anderer fokussiert. Auch mit Blick auf die Politik. Das dritte Themenfeld ist Revolution. Es geht aber auch darum, dass jeder seine eigenen Assoziationen einfließen lassen kann. 

Wie seid ihr an die Arbeit herangegangen?
Zuerst hatten wir eine zweiwöchige Recherchephase, in der jeder für sich erstmal sehr viel gelesen hat und danach haben wir viel improvisiert. In den vier Wochen Pause hat die Autorin alle Ergebnisse zu einem Stück verarbeitet.

Wie viel spielt die Gesellschaft in das Leben junger Menschen ein?
Viel. Und uns ist aufgefallen dass wir immer eher Dinge vermeiden wollen, damit wir gar nicht erst zum Scheitern kommen, anstatt dem Leben wagemutig zu begegnen. Die Angst vor dem Scheitern ist somit sehr groß.

Wann kann ich „Scheitern, Liebe , Hoffnung!“ sehen?

Dienstag, 12.11., 11 Uhr
Mittwoch, 13.11., 11 Uhr
Donnerstag, 14.11., 18 Uhr
Freitag, 15.11., 11 Uhr
Mittwoch, 11.12., 11 Uhr
Donnerstag, 12.12., 11 Uhr
Donnerstag, 12.12., 18 Uhr
Freitag, 13.12., 11 Uhr
Mehr Infos und Tickets gibt es hier.

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Kategorien Instagram Kultur Theater

Ich bin Kristina und schreibe zwar nicht, seitdem ich einen Stift halten kann. Dafür schreibe ich jetzt mit Leidenschaft und meinem Lamyfüller. Es gibt viel, was ich in der Welt ändern möchte, deshalb ist wohl der erste Schritt, anderen davon zu erzählen. Mit Fotografien, Bildern und Texten kommuniziere ich und zeige mich der Welt ein klein wenig mehr.