Eine Darstellerin vom Jungen Ensemble des Friedrichstadt-Palasts im Stück

„Spiel mit der Zeit“: Wilder Tanz durch die Geschichte

Sie haben monatelang für die große Kindershow im Friedrichstadt-Palast geprobt – jetzt wird sie aufgeführt.

Weil Lea, Jule und Ben nach Inspiration für ihr Schulprojekt suchen, probieren sie ein neues Geschichts-Videospiel aus. Doch als die Spielkonsole auf den Boden fällt, sorgt ein Wackelkontakt dafür, dass die drei durch die Zeit zu den verschiedensten Orten reisen und eine Menge Abenteuer erleben. Hungrige Dinosaurier im Neandertal, Drachenkämpfe um die schöne Prinzessin Thusnelda und tanzende Mumien, da ist selbst Videospiel-Held Superdog beeindruckt. Doch wie kommen die drei nur wieder nach Hause?

Bunte Kostüme, wilde Tänze und eine aufwendige Lasershow. Mit der überarbeiteten Kindershow „Spiel mit der Zeit“ lässt das junge Ensemble des Friedrichstadt-Palastes junge Darsteller wieder zu großen Stars werden.

Das Junge Ensemble macht Kinder zu Bühnenstars

Mit mehr als 280 Kindern zwischen sieben und 16 Jahren aus 20 Nationen ist das Kinder- und Jugendensemble des Friedrichstadt-Palastes Berlin das größte Europas. Und das probt monatelang, um in zwei Besetzungen die Zeitreise von der Antike bis in die Zukunft zum Besten zu geben. Mitmachen darf, wer das jährliche Casting besteht und ein wenig Taktgefühl, Disziplin und Spaß an der Bühnenshow mitbringt. Unter professioneller Anleitung erhalten die Kinder und Jugendlichen dann Tanz-, Sprach- und Gesangstraining für die Show.

Das zahlt sich aus, erzählt Clara Regensburg. Sie ist seit 2015 dabei und darf in diesem Jahr die Hauptrolle der Jule spielen. „Ich konnte vor meiner Ausbildung im Palast nicht besonders gut singen, und das wurde mir früher auch regelmäßig gesagt. Und jetzt stehe ich hier!“ Die 15-Jährige weiß, was dafür in Training und Proben abverlangt wird. Doch dank verständnisvoller Lehrer kann sie die Abwechslung zum Schulunterricht genießen und will dem jungen Ensemble treu bleiben.

Ob sie eines Tages auch beruflich als Darstellerin auf der Bühne stehen will, weiß sie noch nicht. „Sollte das nicht klappen, dann werde ich vielleicht Lehrerin für Deutsch und Geschichte“, sagt Clara.

Wenn sie könnte, würde sie übrigens gerne die Wiener Klassik mit all den prunkvollen Kleidern und Eleganz bereisen. Zumindest im „Spiel mit der Zeit“ ist dieser Traum nur einen Wackelkontakt weit entfernt.

Beitragsbild: Axel Schmidt

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Kategorien Kultur Musik Spreewild Theater

Statt Netflix verfolge ich Konzerte. Ich (20 Jahre) brauche keine Sojamilch, sondern guten Kaffee. Mein Yoga ist es, auf viel zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Dabei ist der Eisbär mein Patronus, den meine Eltern mir mit sieben Jahren einfach nicht als Haustier erlaubten. Aber wenn eine Idee von der Außenwelt für verrückt erklärt wird, dann muss sie erst recht verwirklicht werden, und eben jene Personen mit Mut und außergewöhnlichen Gedanken sind es, von denen die Welt wissen sollte. Was kann ich da sinnvolleres tun, als für Spreewild zu schreiben? Die Verhandlungen um den Eisbären laufen jedenfalls weiter.