"Deine Homegirls" sind DJane und Radiomoderatorin Josi Miller und Journalistin Helen Fares.
Interview

Podcast „Deine Homegirls“: „Es besteht ja nicht alles aus Kloppis und Drogen“

Aktueller Kram, Katzenvideos und Hip-Hop at it‘s best. Alle zwei Wochen treffen sich Djane und Radiomoderatorin Josi Miller und Journalistin Helen Fares und schnacken mit Gästen über all das, was sie bewegt. Mit ihrem Podcast „Deine Homegirls“ gelten sie als Powerfrauen-Medium. Warum? Das haben uns die beiden im Interview verraten.

Bei euch gehen die Größen der deutschen Musik ein und aus. Wie bekommt ihr Chefket, Casper oder Miss Platnum zu euren Aufnahmen?
Josi: Durch unsere Jobs sind wir gut vernetzt, Chefket kannten wir schon zuvor und dann liegt es ja nahe, dass er uns auch mal besuchen kann.

Wie bereitet ihr euch auf eine Podcast-Session und euren Gast vor? Stalking bei Instagram?
Helen: Das hängt immer ein wenig von dem Künstler ab. Manchmal sind Social Media wirklich am besten, um sich einen Eindruck zu verschaffen, um was sich das Leben von der Person gerade dreht. Alte Interviews zu lesen hilft genauso um zu sehen, wie der Gast auf Fragen reagiert. Im Endeffekt kommen wir natürlich aus dem Journalismus und wissen, wie man ein Interview angeht, auch wenn das ein anderer und viel lockererer Rahmen ist. Mittlerweile haben wir eine Redaktion, die uns mit Content und Themenideen unterstützt. Das hilft ungemein.

Josi: Und dann geht es ja nicht nur um den Gast, sondern um alles andere auch. Also beschäftigen wir uns im Vorfeld mit aktuellen Themen, neuen Rap-Releases anderer Künstler oder hören generell neue Mucke durch und besprechen sie dann.

Ihr recorded über eine Zeit von mehr als 60 Minuten. Habt ihr da nie Angst vor unangenehmen Stille-Momenten, in denen Themen ausgehen?
Josi: Das Schöne ist ja, dass wir zu zweit sind und uns schon viele, viele Jahre kennen. Ich glaube, wir haben schon ein gutes Gespür, inwiefern sich die Personen neben uns gerade wohlfühlen mit den Gesprächen. Wenn selbst das versagt, können wir wunderbar ausweichen, da sind wir ein Team. Und wenn uns in der vergangenen Woche eine Handcreme unglaublich begeistert hat, dann werden wir wohl sehr oft in der Folge auch über diese Handcreme sprechen.

Helen: Und Katzenvideos. Katzenvideos gehen immer.

Zwischendurch schnackt ihr über eigene Erfahrungen und Meinungen, oder, dass ihr eine Schamanenausbildung absolviert habt. Das bedeutet: Fans, die euch regelmäßig hören, erfahren auch sehr private Dinge über euch.
Helen: Das kann manchmal ziemlich creepy sein. Stell dir vor, wir sitzen dort zu dritt in entspannter Atmosphäre zusammen. Du erzählst von Erlebnissen und Gedanken, die intim sind, weil du dich der Stimmung wegen wohlfühlst und es in diesem Moment einfach passt. Das würdest du auf der Straße sonst wohl niemandem erzählen. Auf der einen Seite ist es befreiend und gleichzeitig befremdlich.

Josi: Mir passiert es auch oft, dass ich auflege und im Nachgang Fans kommen und sagen: „Wow, ich höre euch dauernd, aber wusste gar nicht, wie ihr überhaupt ausseht.“

Wer sind denn die „Deine Homegirls“-Fans?
Helen: Ich glaube, ich ziehe Fußfetischisten an.

Josi: Mich fragen erstaunlich viele Hörer, warum ich diese und jene Information nicht schon längst im Podcast erwähnt habe. Sie haben vielleicht wirklich schon alle Folgen durchgehört. Strange.

Ihr werdet ja als Power-Frauen-Doppel gehandelt.
Josi: Ist das so? Das ist ja interessant.

Helen: Ich würde schon sagen, wir sind tough.

Josi: Die Hauptsache ist, dass du uns nicht fragst, wie es als Frau im miesen, fiesen Rap-Business ist. Schnarch.

Dann die letzte Frage, bevor ihr zurück ins miese, fiese Rap-Business entlassen werdet: Warum sollte ich mir euren Podcast anhören?
Helen: Bei uns erfährst du von Künstlern eine viel persönlichere Seite als in ganz normalen Interviews. Du kannst dich berieseln lassen oder nimmst viel Input mit, was Wissenschaft, Politik oder generell gesellschaftliche Themen angeht. Oder eben über die neuste Handcreme.

Josi: Super wichtig ist, dass auch Nicht-Rap-Hörer sich für uns begeistern können. Also alles ohne Vorurteile betrachten, es besteht ja nicht alles aus Kloppis und Drogen.

Hier findet ihr alle Podcasts von “Deine Homegirls”. Und hier geht’s zum gemeinsamen Instagram-Account.

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Kategorien Instagram Interview Kultur Musik

Statt Netflix verfolge ich Konzerte. Ich (20 Jahre) brauche keine Sojamilch, sondern guten Kaffee. Mein Yoga ist es, auf viel zu vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Dabei ist der Eisbär mein Patronus, den meine Eltern mir mit sieben Jahren einfach nicht als Haustier erlaubten. Aber wenn eine Idee von der Außenwelt für verrückt erklärt wird, dann muss sie erst recht verwirklicht werden, und eben jene Personen mit Mut und außergewöhnlichen Gedanken sind es, von denen die Welt wissen sollte. Was kann ich da sinnvolleres tun, als für Spreewild zu schreiben? Die Verhandlungen um den Eisbären laufen jedenfalls weiter.

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