Callejon – Hartgeld im Club

Deutschrap trägt Kutte: „Hartgeld im Club“ von Callejon

Auf dem neuen Album gibt’s Deutschrap als Metalcover. Klingt merkwürdig? Funktioniert aber gut.

Das erste Rätsel, das Callejon neu zu gewinnenden Hörern aufgeben, hat mit ihrem Namen zu tun: Wie spricht man den nun aus? Ist es Kalle-John, Zalejon, Kaijechon oder doch Kohl-e-Jon? Für einige wird dies immer ungeklärt bleiben. Was hingegen feststeht, ist das neue Album der Gruppe. Ein neues Coveralbum.

Deutschrap. Funktioniert das? Deutschrap zu covern, und das noch mit harten Gitarrenriffs und Screams? Im Großen und Ganzen ja. Und das Konzept ist nicht einmal besonders neu. Nachtblut beispielsweise wagten sich schon an Songs des Imperators, Pharaos und Kings, dem Felix unter den Rappern – Kollegah. Schatten und Helden covern seit einer Weile Songs aus dem Genre des Sprechgesangs in epochaler Umsetzung mit Opern-Background. Wieso also nicht noch ein weiterer Versuch? Zumal Callejon der deutschen Poplandschaft offensichtlich mehr als zugetan sind. Mit „Man spricht deutsch“ haben sie vor einigen Jahren ein ganzes Album deutschsprachigen Klassikern der letzten Jahre gewidmet. Und nun geht es wieder los.

Callejon öffnet sich damit einem größeren Publikum

Ob SXTN, Bausa oder 187, alles wird umgewandelt, jeder wird in ein neues (Metal-)Gewand gekleidet. Das beweist nicht nur ein offenes Ohr für andere Genres, sondern auch eine gehörige Portion Kreativität, die leider gerade unter Chartkünstlern oft mindestens zu wünschen übrig lässt. Man kann also von Metal halten, was man möchte. Dennoch gibt es Konzepte, die durchaus massentauglich sind. Callejon machen also alles richtig, um die nächste Sprosse auf ihrer künstlerischen Leiter zu erklimmen und sich einem diverseren Publikum zu öffnen. Solche Innovation verdient nur Lob.

Fazit: Das Konzept ist nicht neu, aber es funktioniert auch auf dieser Platte sehr gut.

Kategorien Kultur Musik

Ich bin Hannes, 17. Zwischen, Koffein, Misanthrophie, Philosophie und Augenringen findet sich irgendwo meine rebellierende Ader, mein Schreibspleen, der immer wieder nach Ausdruck verlangt. Schreiben ist für mich wie Tourette. Man kann es versuchen zu unterdrücken, aber irgendwann bricht es sich doch Bahn. Leise war ich eh nie. Aufbegehren wurde mir gewissermaßen anerzogen. Und somit bin ich im Journalismus gelandet. Denn dort kann ich aufbegehren und wenn ich Glück habe, wird das Ganze sogar gelesen. Eine optimale Mischung für einen Menschen, der gehört werden will.