Danger Dan veröffentlicht sein erstes Soloalbum, in dem er über seine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen sinniert. Wir haben in „Reflexionen aus dem beschönigten Leben“ reingehört.

Von Viola Blomberg, 25 Jahre

Ob Hip-Hop oder Punk, Rockgitarren oder Autotune – Daniel Pongratz alias Danger Dan bewegt sich stilistisch querfeldein durch die verschiedensten Genres und verzichtet dabei bewusst auf ein einheitliches Konzept. Daraus sind zwölf großartige Songs entstanden, die Danger Dan nun zu seinem ersten Soloalbum zusammengefügt hat.

Auslöser des Albums war eine Therapie

Unter dem Titel „Reflexionen aus dem beschönigten Leben“ versucht das Mitglied der Antilopen Gang eine Art Standortbestimmung seines Lebens vorzunehmen. Auslöser dafür war eine Therapie, die der Musiker und Komponist vor einem Jahr begonnen hat, nachdem sich NMZS, ebenfalls Mitglied der Antilopen Gang, das Leben nahm. Seine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen verarbeitet Danger Dan pointiert, witzig und reflektiert in den Songs. So rechnet er beispielsweise auf dem Song „Eine aufs Maul“ mit seinem Alter Ego ab und tritt in einen inneren Kampf zwischen Gut und Böse.

Eine intensive inhaltliche Auseinandersetzung fordert auch der Song „Sand in die Augen“, auf dem er ein klares Statement gegen Diskriminierung von Frauen setzt. „Als Vater einer Tochter hab ich auf die meisten Rapper einfach gar keinen Bock mehr“, erklärt Danger Dan darin und hinterfragt die Zukunft seiner Tochter in dieser sexistischen Gesellschaft. Dass der Aachener im dazugehörigen Video im prototypischen Gangster-Rap-Stil vor aufgemotzten Karren und angeleinten Frauen tanzt, ist natürlich ironisch zu verstehen.

Das Album setzt an den Sound der Antilopen Gang an

Soundtechnisch knüpft „Reflexionen aus dem beschönigten Leben“ an die Werke der Antilopen Gang an. Kein Wunder, hat doch Danger Dans Bruder und „Antilopen Gang“-Mitglied Panik Panzer die Platte mitproduziert. Ein Feature-Stück mit seinen Bandkollegen darf natürlich auch auf dem Soloalbum nicht fehlen. Im Battle-Track „Drei gegen einen“ teilen die drei gegen die hiesige Rap-Szene aus. „Für mich klingt einer wie der anderer“, rappen sie darauf auf gewohnt aggressive Art.

Besonders gelungen ist auch der Song „Die Prinzentragödie“. Auf diesem nimmt sich der Frontmann der Prinzen, Sebastian Krumbiegel, in seinem typischen A-Cappella-Stil selbst aufs Korn. Denn neben schonungslosen Zustandsbeschreibungen schafft es Danger Dan, auf seinem Album eben auch fröhliche und durchaus tanzbare Songs zu vereinen.

Beitragsbild: Jaro Suffner