Prominente müssen der Presse ständig Tausende Fragen beantworten. Die 
Jugendredaktion dreht den Spieß um: 
Wir geben den Prominenten Antworten –
 auf alle Fragen dieser Welt.

Max Raabe fragt: „Gibt es einen Trend, der nichts kostet?”

Die Jugendredaktion antwortet: Hallo Herr Raabe, das erste Grübeln über die Antwort auf Ihre Frage ließ ein Gefühl von Ahnungslosigkeit in mir zurück. Gibt es einen Trend, der nichts kostet? Ist es überhaupt Ziel eines Trends, nichts zu kosten? Ich holte mir Hilfe bei einem, der es wissen muss: Google. Suchwort: Trends. Resultate: Mode, Essen, Fashion, Mode, Essen, Fashion, Wetter-News. Kostet alles etwas, mal abgesehen vom Wetter, das aber auch irgendwie kein wirklicher Trend ist. Vielleicht hilft ein Blick ins Lexikon. Laut Definition ist eine besonders tiefgreifende und nachhaltige Entwicklung, eine Veränderung, die man beobachten kann und die einen zeitlich stetigen Verlauf erkennen lässt, ein Trend. Das trifft jetzt weder auf Mode noch auf Essen oder Challenges zu. Letztere haben ihren Ursprung häufig im Netz, sind aber meistens nicht nachhaltig und schon gar nicht tief greifend. Derzeit gibt es etwa die Bottle Flip Challenge, bei der es darum geht, eine zur Hälfte gefüllte Flasche so hochzuwerfen, dass sie sich einmal um sich selbst dreht und schließlich auf dem Flaschenboden stehend landet. Nach geglücktem Bottle-Flip folgt meist der obligatorische „dab“, bei dem der eine Arm gebeugt wird, als würde man niesen, und der andere hoch ausgestreckt. Der Musiker Rich The kid erreichte mit seinem YouTube-Video „How to dab“ innerhalb von zehn Monaten knapp zwei Millionen Klicks. Wie gesagt: weder sonderlich tief greifend noch allzu nachhaltig.

Aber Challenges sind nicht immer absurde Zeitvertreibe. Im sogenannten Movember etwa wurden 56,9 Millionen Euro für die Hoden- und Prostatakrebsforschung gespendet. Männer ließen während des Novembers ihren Bart stehen und spendeten das Geld, das sie sonst für Rasierschaum und -klingen ausgegeben hätten. Tada: ein Trend, der nichts kostet. Eine Rekord-Spendensumme von 190 Millionen Euro brachte 2014 die Ice Bucket Challenge für die Erforschung der Krankheit ALS ein. Zwar war dieser Trend nicht kostenlos, aber die Spenden helfen täglich Menschen und bringen Hoffnung für Erkrankte. Wie Sie sehen, Herr Raabe: Ein Trend kann tief greifend, nachhaltig und noch dazu kostenlos sein. Zugegebenermaßen muss man sie mit der Lupe suchen.