Young Euro Classic
Das Festivalorchester Griechenland-Deutschland wurde eigens für das Young Euro Classic 2019 gegründet.

Probebesuch beim Young Euro Classic

Es ist das wichtigste Jugendorchesterfestival der Welt. Wir durften hinter die Kulissen schauen.

In der dritten Klasse fing die heute 16-jährige Christina Mariakaki an, Blockflöte zu spielen. Schließlich stieg sie auf Querflöte um und wurde Teil des Underground Youth Orchestras in ihrer Heimatstadt Athen. Genau wie sie selbst fing auch dieses Ensemble klein an – als Gruppe von Freunden, die Spaß an Musik hatten. Jetzt sind Christina und ihr Ensemble Teil des Festivalorchesters Griechenland-Deutschland beim diesjährigen Young Euro Classic (YEC). Dieses findet seit 2000 jeden Sommer im Konzerthaus Berlin statt. Es ist das wichtigste Jugend­orchesterfestival der Welt.

Konzert des Festivalorchester Griechenland-Deutschland heute Abend

Jugendsinfonieorchester aus der ganzen Welt treten dabei in Dialog und beweisen dem Berliner Publikum, dass Musik verbindet. Besonders deutlich wird das natürlich bei diesem binationalen Orchester. Die Kommunikation mit den deutschen Orchestermitgliedern, die vom Kammerorchester Julius Stern der Universität der Künste kommen, fällt Christina nicht schwer. Ihre Mama hat in Deutschland studiert und ihr die Sprache beigebracht.

„Wir schütten die Gräben mit Noten zu.“

Festivaldirektorin Gabriele Minz

„Wir haben das Young Euro Classic Festivalorchester Griechenland–Deutschland extra für die 20. Ausgabe unseres Festivals gegründet“, erzählt der Festivaldirektorin Gabriele Minz. „Europa steht dieses Jahr im Mittelpunkt von Young Euro Classic und deshalb bauen wir mit dem Orchester eine musikalische Brücke nach Griechenland – dorthin, wo Europa seinen Ursprung hat. In den letzten Jahren haben sich gelegentlich zwischen Griechenland und Deutschland Gräben aufgetan. Und wir schütten die Gräben mit Noten zu!“

Fünf Tage lang haben sie zusammen geprobt. Am heutigen Samstag findet schließlich das Konzert statt. Auf dem Programm stehen griechische und deutsche Stücke. Unter der Leitung von Dirigent Christoph Eschenbach wird das Festivalorchester zwei Werke von Beethoven, „Orpheus und Eurydike“ von Gluck , das Flötenkonzert „Zorbas Suite“ von Mikis Theodorakis und Nikos Skalkottas „Griechische Tänze“ zu Gehör bringen.

Sirtaki im Konzerthaus

„Zorbas Suite“ ist Christinas liebs­tes Stück dieses Programms, denn es enthält gleich mehrere populäre Melodien griechischer Volkstänze wie den Sirtaki. „Griechische Musik ist nicht so offiziell wie deutsche Musik, die eine sehr lange Tradition hat“, findet sie. „Unsere Musik wird eher auf Feiern und zum Tanzen gespielt.“ Und tatsächlich bringt es die Zuhörenden unweigerlich zum Schmunzeln, die allseits bekannte Melodie aus dem Film „Alexis Sorbas“ von einem Sinfonieorchester gespielt in einem Konzertsaal, statt als Lautenklänge in einer Taverne zu hören.

Doch nicht nur dieses Aufeinanderprallen der Stile macht die Performance des Festival-Orchesters besonders: „Ich bin sehr froh, dass es dieses Festival gibt. In Griechenland stehen Musik und andere Kunstformen aufgrund der Krise leider gerade im Hintergrund“, so Christina.

Noch bis zum 6. August findet das Festival statt. Zu hören sein werden unter anderem noch das Bundesjugendorchester sowie die Jugendnationalorchester aus Chile, China und den USA.

Verlosung

Spreewild verlost 1×2 Freikarten für das Konzert des National Youth Orchestra of Great Britain am 1.8., Interessierte schicken eine E-Mail mit dem Stichwort YEC an blz-jugendredaktion@berliner-zeitung.de oder schreiben uns über Instagram.

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