Jugendliche mit Geige

  • Stephan Bögel

Vor dem Notenblatt sind alle gleich

Die Junge Deutsche Oper bringt bei „Common Sound“ Jugendliche aus aller Welt zum Musizieren.

Die Tischlerei, die Probebühne der Deutschen Oper, füllt sich allmählich. Es sind zwar noch einige Minuten, bis die offizielle Probe beginnt, doch aus jeder Ecke hört man bereits Klänge aller Art: Es wird sich warmgesungen, Querflöte, Geige und Oud erklingen, einzelne Rap-Zeilen sind auch zu hören. 35 Jugendliche bereiten sich auf zwei Wochen voller Workshops vor, in denen sie von namhaften Künstlern betreut werden. Man merkt schnell: Hier herrscht wahre Leidenschaft für Musik. Dabei ist Vorerfahrung hier kein Muss. So treffen Menschen, die noch nie ein Instrument in den Händen hielten, auf langjährige Musikschüler aus der ganzen Welt. Gemeinsam musizieren hier Jugendliche jeglicher Herkunft: Vietnamesen, Afghanen, Deutsche …

Und das verbindet, wie der 18-jährige Ravi erzählt: „Hier erkennt man, dass wir trotz unserer unterschiedlichsten Herkünfte und Erlebnisse alle irgendwie gleich sind – durch unsere Liebe zur Musik. Und nur zusammen als Gruppe schaffen wir etwas Großes.“

Beim Musizieren gibt es keine Sprachbarriere

Ein solches kulturelles Zusammentreffen und kreatives Arbeiten findet in Form eines Workshops für Jugendliche bereits seit 2016 einmal im Jahr in der Tischlerei statt. In den vergangenen Jahren stand jedoch das Schauspiel im Mittelpunkt. Eine der drei Projektleiterinnen, Kristina Stang, erklärt, dass die Wende zum Musikfestival auf Wunsch der Teilnehmer kam. Sie suchten eine Möglichkeit, sich ganz direkt und ohne Sprachhürden dem Publikum zu präsentieren: durch ihre Musik.

Foto: Stephan Bögel

Genau aus diesem Grund ist auch der syrische Rapper Adnano MC heute hier und freut sich über die Chance, neue Erfahrungen zu sammeln. Er lebt seit drei Jahren in Deutschland und rappt bereits seit langer Zeit. Durch diesen Workshop hofft er, seine Stimme weiterentwickeln zu können. Und so sitzt er mit etwa zehn weiteren Teenagern zusammen im Gesangskreis und lässt seine Stimme mit ungewohnter Sanftheit von tief unten nach ganz oben wandern. In der Musikschule nur wenige Straßen weiter bringen derweil Beat-Boxing-Fortgeschrittene anderen ein paar Skills bei, während im Nachbarraum wild auf dem DJ-Pult gemischt wird.

Es deutet sich ein multikulturelles Musikerlebnis auf überraschend hohem Niveau an. Es kann am 16. und 17. Februar ab 19 Uhr live in der Tischlerei bewundert werden.

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Der kuriose Briefmarkensammler in der Bibliothek oder ein mal zu Späßen aufgelegter Busfahrer – es sind die kleinen wunderbar skurrilen Alltagsgeschichten unserer Großstadt, die ich mit meinen Worten einfangen will. Ich, eine waschechte 18-jährige Berlinerin, die neben dem geschriebenen Wort auch ein großer Fan von guter Musik und Woody-Allen-Filmen ist. Schreiben bedeutet für mich reflektieren, verstehen und sich einfach mal fallen zu lassen, ganz nach Frau Lindgrens Devise: „Man muss so schreiben, dass es für einen selbst eine Freude ist, sonst kann es auch für andere keine Freude sein.“