Franz Ferdinand melden sich nach 5 Jahren – und das erste Mal ohne Gründungsmitglied und Gitarristen Nick McCarthy – mit ihrem neuen Album „Always Ascending“ zurück.

Von Ria Lüth

Alles Alte soll raus, alles soll neu. „Step out of our Cages“ singt Frontmann Alex Kapranos. Franz Ferdinand haben sich vom alten Sound befreit und so manch alteingesessenen Fan dürfte das unbefriedigt zurücklassen.

Jede Neuveröffentlichung der Schotten weckt Nostalgie an Zeiten, in denen Franz Ferdinand mit dem gleichnamigen Album ihren Fußabdruck in die Musikwelt stampften. Doch schon bei den ersten Tönen ihres Openers „Always Ascending“ wird deutlich, dass die britische Band sich neu erfunden haben und eher auf den Spuren ihres 2009 erschienenen Albums „Tonight“ wandeln.

Der Sound ist weniger rau, mehr poppig und erinnert an frühere Alben des dänischen Experimental-Pop-Trios WhoMadeWho. Gitarren und Schlagzeug werden vielfach durch Synthesizer ersetzt. Der Einfluss des Produzenten Philipp Zdar (Cassius, Phoenix) und des Neuzugangs, Keyboarder Julian Corrie aka Miaoux Miaoux, ist unverkennbar. Indie-Rock ist das schon lange nicht mehr.

Die Musik ist deutlich langsamer und kontrollierter als früher. Ein Ausbrechen wird in Stücken wie „Finally“ kurz angedeutet und schnell wieder abgewürgt. Richtig reingehauen und Spannung erzeugt wird eher selten, was dem Album anzulasten ist. Doch „Lazy Boy“ und „Feel the Love“ zeigen: Tanzbar sind Franz Ferdinand noch immer.

Die schottischen Indie-Rock Helden wollen keine Cover-Band ihrer selbst sein – sind sie auch nicht. Einige Wehmutstropfen hinterlässt das schon.

Beitragsfoto: David Edwards