Milliarden lieferten beim New Music Award am Freitag in Berlin eine grandiose Show ab. Gewonnen hat den beliebten Preis für junge Musiker aber eine andere Band.

Von Helene Harnisch, 15 Jahte

Der Abend findet ein friedliches Ende, als die Menge noch einmal leise zum Refrain von „Freiheit ist ne Hure“ mitsingt. Neben mir stehen zwei junge Frauen Arm in Arm und schauen den Musikern verträumt zu, wie sie die letzten Akkorde ihres Stückes spielen. Milliarden verbeugen sich und verlassen unter stürmischem Jubel die Bühne.

Sauber: Milliarden-Sänger Ben Hartmann weiß, wie man gekonnt ins Publikum springt.

Es ist der Abend des 10. New Music Awards, eines der wichtisten Preise für Nachwuchsband, vergeben von den jungen Radios der ARD – Bremen NEXT (Radio Bremen), DASDING (SWR), 1LIVE (WDR), Fritz (rbb), MDR SPUTNIK, N-JOY (NDR), PULS (BR), UNSERDING (SR) und YOU FM (HR). Ziel ist es, junge Talente bekannt zu machen und ihnen zu einer Karriere zu verhelfen. Jeder Radiosender schickte eine Band ins Rennen. Für die Berliner Band Milliarden reichte am Ende für den 3. Platz.

Gewonnen haben Leoniden aus Kiel. Die Jury zeigte sich beeindruckt von ihrer Live-Show. Doch nur mithilfe der Stimmen des Publikums gewannen die Indie-Band letztendlich. „Wir können es nicht fassen! Wir versuchen einfach eine gute Live-Band zu sein und gute Musik zu machen – auf der Bühne für die Menschen vor der Bühne“, verkünden sie nach der Preisverleihung. Den 2. Platz teilen sich Woman aus Köln, deren Musik man als Psychedelic-Electro’n’Disco-Pop beschreiben könnte, und der Deutschrapper Bausa aus Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg.

Glückliche Gewinner: Den 10. New Music Award hat sich die Band Leoniden geholt.

Wie es für die ehemalige Schülerband Leoniden weitergeht, werden die nächsten Wochen zeigen. Noch haben die fünf Jungs noch kein Label. Dass der New Music Award aber durchaus als Sprungbrett dient, belegt die Gewinnerliste der vergangenen Jahre. Dort stehen unter andem Kraftklub, die Antilopen Gang, Bonaparte und OK Kid – alles gestandene Musiker, die sich heute keine Gedanken mehr darüber machen müssen, wie sie an Auftritte kommen. Zweifelsohne werden auch Milliarden ihren Weg gehen. Punkrocker Ben Hartmann und Pianist Johannes Aue lieferten am Freitagabend eine großartige, gewinnerwürdige Show ab.

Fotos: rbb/Stephan Flad