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„Carmen“ im Theaterdiscounter – Abseits der Norm

Wer „Carmen“, ein Theaterkunstwerk des Künstlerkollektivs „glanz&krawall“ besucht, sollte sich gleich zu Beginn darauf einstellen, dass dieser Abend nicht der Norm entspricht.

Die Frau in dem rot-blauen Badeanzug stürzt zu Boden und fässt sich an die Kehle. Eindeutig: jemand würgt sie. Doch sie ist vollkommen allein in dem abgeschlossenen Raum. Blitzschnell springt sie auf, wirbelt ihre Arme im Takt der Musik durch die Luft und ruft: „Carmen muss sterben, Carmen muss sterben.“ Ähnlich wie in einer Arena sitzen die 60 Zuschauer um sie herum und beobachten. Faszinierte Blicke, hochgezogene Augenbrauen und verblüffte Mienen.

Wer „Carmen“, ein Theaterkunstwerk des Künstlerkollektivs „glanz&krawall“ besucht, sollte sich gleich zu Beginn darauf einstellen, dass dieser Theaterbesuch nicht der Norm entspricht. Wie der Name schon verfährt, spielt Bizets Oper eine zentrale Rolle. Das Ursprungswerk zu kennen, ist hilfreich, aber kein Muss. Vieles erschließt sich ohnehin nicht sofort.

„Warum ist Carmen gestorben?“ Die erste Frage des Abends. In den nächsten anderthalb Stunden werden viele Antworten geboten, stets kritisch und mit einem zwinkernden Auge erzählt. Es geht um Liebe und das System. Lust und Verstand scheinen sich zu duellieren. Immer von Bedeutung die musikalische Untermalung der grandiosen Liveband mit verschiedenen Musikstücken aus der Opernvorlage.

Schauspielerin Flora Pulina hat dabei das Publikum von der ersten Sekunde an voll im Griff. Sie vermittelt dem Zuschauer ein Gefühl von Sicherheit, während sie selbstbewusst durch die Szenen springt. Es scheint vieles spontan und doch inszeniert zu sein.

Nach der Devise mitmachen, mitdenken oder einfach Spaß haben, ist dieses Musiktheater nichts für Opernfans, sondern vor allem für seine Kritiker und leidenschaftlichen Entdeck

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er neuer Klang- und Theaterformen.

 

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Kategorien Kultur Theater

90er-Kid, Bücherwurm, Weltenbummler. Ich liebe Musik und das geschriebene Wort. Letzteres kann man von mir seit 2012 hier lesen. Meine große Leidenschaft gilt dem Theater, das mich mehr als alles andere fasziniert. Wenn ich durch die Straßen Berlins laufe, kommt mir das Leben vor wie eine Aneinanderreihung vieler kleiner Inszenierungen, deren Geschichten alle festgehalten werden wollen. So inspiriert mich unsere Hauptstadt stetig zu neuen Themen für unsere Seite.