#JMT19: So sieht es im ZDF-Hauptstadtbüro aus

Gerade finden in Berlin die Jugendmedientage statt. Bei der Medientour durch das ZDF-Hauptstadtbüro haben wir hinter die Kulissen geschaut und die Aspekte-Moderatoren getroffen.

Von Moritz Tripp, 24 Jahre

Wir begeben uns auf Medientour ins Hauptstadtbüro des ZDF im Herzen Berlins. Das ausgesprochen große Gebäude (11 Stockwerke, davon sieben ober- und vier unterirdisch) liegt direkt in der Straße Unter den Linden – ein strategisch wertvoller Standort direkt am Nabel der Berliner Politik. In dem seit 2000 vom ZDF bezogenen Haus werden unter anderem das ZDF Morgenmagazin, das Mittagsmagazin und das Kulturmagazin „Aspekte“ gedreht. Bevor unsere Tour überhaupt losgeht, laufen wir schon im Atrium den beiden Moderatoren von „Aspekte“, Katty Salié und Jo Schück, über den Weg: Die Sendung wird freitags aufgezeichnet und beginnt in wenigen Stunden. Die Eingangshalle des Studios dient gleichzeitig auch als Set des Morgenmagazins.

Zu Beginn der Führung erhalten wir einige allgemeine Informationen: Zum Beispiel unterhält das ZDF als größte Sendeanstalt Europas ganze 18 Auslandstudios weltweit. Das Hauptstadtstudio selbst, das etwa 300 feste und 300 freie Mitarbeiter beschäftigt, ist das größte abseits der Sendezentrale in Mainz. Auch interessant: Von den etwa acht Milliarden Euro Rundfunkgebühren, die bundesweit jährlich gezahlt werden, gehen nur zwei Milliarden ans Zweite Deutsche Fernsehen. Den Rest erhält die ARD. Beim ZDF gilt es also, ordentlich mit dem zu wirtschaften, was man hat.

Nun nimmt uns Jana Günther, stellvertretende Redaktionsleiterin des Morgen- und Mittagsmagazins, an die Hand und führt uns in die Unterwelten des Gebäudes – zum Studio des Mittagsmagazins. Auffällig ist hier, dass sich ARD und ZDF das recht neue Studio wie auch die Ausstrahlung der Sendung teilen. Ohne Beleuchtung und Spezialeffekte wirkt es hier sehr kalt. Man fühlt sich irgendwie schon, als sei man in einem kleinen Kellerraum eingepfercht. In der fertig produzierten Sendung sieht das natürlich alles ganz anders aus.

Nachdem wir einen kurzen Blick in die Regie- und Schnittplätze (ebenfalls im Keller) werfen können, begeben wir uns wieder nach oben in die Schlussredaktion. Hier befindet sich laut Günther das inhaltliche Herz einer Livesendung. Die Cockpit-artigen Arbeitsplätze mit ihren hunderten Screens lassen ahnen, welch geschäftiges Treiben hier während einer Livesendung herrschen muss.

Zum Abschluss der Tour lotst man uns in den Konferenzraum. Bei Kaffee und Kuchen beantwortet uns Günther unsere Fragen: Zum Beispiel, was bei technischen oder menschlichen Pannen während einer Sendung zu tun ist, oder was die Redaktion denn zwischen den einzelnen Sendungen so treibt. Schnell wird klar: Frei hat dann keiner; die Sendungen müssen aufwendig geplant und organisiert werden.

Achim Zeilmann, Planungschef der Kultursendung „Aspekte“ und ebenfalls anwesend zur Fragerunde, macht das umso deutlicher, als er sagt: „Im Fernsehen wird geschreinert, im Internet gegärtnert.“ Soll heißen: Die meisten Formate im Fernsehen werden mit größtem finanziellen und zeitlichen Aufwand produziert und lange im Voraus geplant, während im Internet viel experimentiert – also gesät – wird. Kommt das Experiment dann gut an, kann man weiter „gärtnern“ und das Format ausbauen; ist es ein Flop, wird es einfach verworfen und man macht mit dem nächsten Projekt weiter. Da die Kosten für Onlineproduktionen meist nicht so hoch liegen, hat man mehr Handlungsfreiheit. Das ZDF als Urgestein in der Fernsehbranche will sich in Zukunft daher mehr und mehr auf reine Onlineformate konzentrieren – ein vermutlich überlebenswichtiger Schritt.

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Die dreistündige Medientour durch das Hauptstadtbüro des ZDF war spannend, auch wenn uns nur ein Bruchteil des Innenlebens gezeigt wurde. Für alle Interessierten bietet das ZDF auch abseits der Jugendmedientage regelmäßig Führungen an.  

Spreewild berichtet gemeinsam mit politikorange von den Jugendmedientagen 2019. Alle Artikel erscheinen in den kommenden Tagen auf diesem Blog und bei politikorange.

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