Wenn Lina Larissa Strahl nicht gerade „Bibi Blocksberg“ für die Leinwand mimt, macht sie Musik. Wir sprachen mit der 19-Jährigen über ihr eben erschienenes zweites Album „Ego“, was sie an schlechten Tagen macht und auf wen sie gerne mal Glitzer werfen würde.

Interview: Tanja Ransom, 27 Jahre 

Worum geht es auf deiner neuen Platte „Ego“ und welches Lied darauf bedeutet dir am meisten?
Es dreht sich um Themen, die Jugendliche beschäftigen: Liebe, soziale Beziehungen, das Leben an sich. Die Hymne des Albums ist für mich „Egoist“. Aus diesem Lied entstand auch die Idee für den Albumtitel. Damals gab es Diskussionen, ob das falsch aufgefasst werden könnte: Jetzt ist sie abgehoben. Aber für mich heißt Ego, dass man für sich selbst einsteht und eine gewisse Zeit braucht, um ein Ich zu entwickeln. Man kann die CD zum Tanzen hören – aber auch, wenn es einem nicht so gut geht.

Und was machst du persönlich, wenn es dir nicht gut geht?
Ich brauche dann Zeit für mich aber auch meine Freunde, gehe essen und shoppen, um mich abzulenken. Oder ich bin mit meinem Freund zusammen, liege auf der Couch und gucke Serien. Solange, bis der Tag einfach vorbeigeht. Am nächsten Morgen fängt man wieder neu an.

Apropos. Du und dein Freund Tilman Pörzgen geltet als Traumpaar. Wie geht man mit dem Druck um, zusammen zu sein und in der Öffentlichkeit zu stehen?
Bisher empfinde ich das nicht als Druck, zumal wir keine Probleme haben. Wir zwingen uns nicht ein Bild zu posten, nur damit jeder denkt, es ist alles in Ordnung. Aber jedes Paar streitet einmal. Beim Einkaufen versuche ich das zu vermeiden. Sonst heißt es gleich: Tilmann und Lina trennen sich. Was mich echt getroffen hat: Bei dem Videodreh zu „Unser Film“ haben wir uns für einen anderen Schauspieler entschieden, auch um eine Grenze zwischen Privatem und Beruf zu ziehen. In vielen Kommentaren in den sozialen Netzwerken stand dann: Lina und Tilmann haben sich getrennt, Lina knutscht mit jemand anderem. Dabei war das natürlich geschauspielert.

Zurück zum Album: In einer Songzeile auf „Ego“ heißt es: „Ich bin zu jung für diesen Scheiß“. Geht es darum, dass du schon in jungen Jahren viel arbeitest?
Teilweise ist das so. Auch in meinem Beruf ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Aber in dem Lied geht es mehr um den Alltag: Das fängt beim Müll rausbringen an. Wenn man sich denkt: Oh nee, jetzt nicht (lacht). Das kann man bis zu einem beliebigen Level hochziehen, auf die Arbeit oder Liebe übertragen. Die Zeile passt gerade für meine jungen Fans. Ich denke, mit 13 ist man zu jung für den Kladderadatsch in den sozialen Netzwerken – wie man aussehen, sich verhalten und ernähren soll. Ich hätte mir auch gewünscht, mir erst mit 25 über gesunde Ernährung Gedanken machen zu müssen.

War das bei dir so, dass dir gesagt wurde, worauf du achten musst?
Nein. Mir wurde das nie von meinem Management vorgegeben. Es ist meine Sache, was ich poste, esse oder anziehe. Sonst wäre das ein Zwang und ich bin aber ich. Die Lina, die nach außen dargestellt wird, ist sehr nah an der Lina, die ich wirklich bin. Da gibt es keine großen Unterschiede.

In „Glitzer“ singst du „Sieht die Welt beschissen aus, schmeiß ganz einfach Glitzer drauf“. Worauf würdest du gerade gern Glitzer werfen?
Auf Trump, die USA, Nordkorea, auf Atombomben, damit sie sich in Luft auflösen. Und auch auf Terroristen. Bis 2015 habe ich nie bewusst über Terror nachgedacht, das war bis dahin immer weit weg. Heute müssen sich auch hier schon die Jüngsten mit dem Thema auseinandersetzen.

Es gab auch Anschläge auf Konzerte. Geht dir das durch den Kopf, wenn du selbst auf der Bühne stehst?
An dem Tag, als der Anschlag auf das Konzert von Ariana Grande war, haben wir in Hamburg gespielt. Da hatte ich ein mulmiges Gefühl. Ich überlegte, etwas auf der Bühne zu sagen, habe mich aber dagegen entschieden, so zu tun, als würde es mich nicht treffen. Was hätte ich sagen sollen: Hey, wir lassen uns davon nicht unterkriegen? In diesem Moment wollte ich nichts Unüberlegtes sagen.