Erster Urlaub ohne Eltern? Woran neben Badesachen und Sonnencreme noch gedacht werden sollte

Jedes Jahr nach Spanien, mindestens fünf Kirchen besichtigen und immer im Doppelzimmer mit dem kleinen Bruder – Urlaub mit den Eltern hat viele Schattenseiten. Spätestens als Azubi oder Student kann man aber allein oder mit Freunden in die Ferien fahren und selbst bestimmen, wie man seine Reise gestaltet.

Welche Versicherung ist wichtig?
Doch wer ohne Eltern fährt, muss sich häufig auch selbst um alle Vorbereitungen kümmern. Das fängt beim Buchen der Reise an. Ist etwa online die passende Verbindung mit Bus, Bahn oder Flugzeug gefunden, erscheint am Ende des Buchens die Aufforderung, eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. Sie zahlt die Reisekosten zurück, wenn man zum Beispiel schwer krank wird und den Urlaub nicht antreten kann. „Eine Reiserücktrittsversicherung lo

Mario Bublitz. Foto: DVAG

Mario Bublitz. Foto: DVAG

hnt sich bei teuren Reisen“, sagt Mario Bublitz, Berliner Vermögensberater bei der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). In diesem Fall muss man aber nicht das Angebot des Versicherers annehmen, mit dem das Buchungsportal zusammenarbeitet, sondern kann auch bei anderen Anbietern abschließen.

Bei der Buchung wird oft auch eine Reisegepäckversicherung angeboten. Diese ist jedoch in den meisten Fällen überflüssig. „Wer eine teure Sport- oder Fotoausrüstung mitnimmt, sollte sich den Abschluss aber überlegen“, rät Mario Bublitz. Bei Diebstahl springe oft auch die Hausratsversicherung ein. Hier lohnt es sich also nachzufragen, ob die Eltern eine solche abgeschlossen haben, die auch im Ausland greift.

Bei dieser Gelegenheit kann auch gleich geklärt werden, ob es eine Familienhaftpflicht gibt. Diese zahlt, wenn man selbst einen Schaden verursacht und gilt in der Regel international.

Impfausweis suchen
Auf die Länder der Europäischen Union ist hingegen die gesetzliche Krankenversicherung beschränkt. Und auch innerhalb der EU trägt sie nicht alle Kosten im Krankheitsfall. „Bereits für zehn Euro im Jahr gibt es gute Auslandskrankenversicherungen, die von der Behandlung bis zu einem möglichen Rücktransport alle Kosten übernimmt“, führt Mario Bublitz aus. Wichtig sei vor einem Urlaub zudem, den Impfstatus zu überprüfen und beim Hausarzt oder dem Gesundheitsamt nachzufragen, ob für das Reiseland bestimmte Zusatzimpfungen empfohlen werden.

Um die Impfung nachweisen zu können, kommt am besten eine Kopie des Impfpasses in die Dokumententasche. Dazu gehört – je nach Reiseziel – auch der Personalausweis oder Reisepass. Die Papiere müssen mindestens bis zur Rückkehr gültig sein; einzelne Länder lassen Touristen auch nur einreisen, wenn ihr Pass mindestens noch sechs Monate gültig ist. Der Gang zum Amt will frühzeitig geplant sein, denn es kann dauern, bis man einen Termin bekommt und die neuen Dokumente fertig sind. Wer zu spät plant, macht am Ende Urlaub auf Balkonien.

Von Christoph Heitz