Europäischer Monat der Fotografie – auf Spreewild-Art: Wir zeigen keine Stars, sondern Berliner Talente und ihre Lieblingswerke.

Teil 1: Den Anfang macht Marcel Riedel. Beim Fotografieren fasziniert ihn am meisten das Festhalten kleinster Momente, die oft nur den Bruchteil einer Sekunde ausmachen. Am liebsten hat er dabei Menschen vor der Linse, die in alltäglichen Situationen sie selbst sind und sich nicht für die Kamera verstellen. Wenn der Kameraassistent in seiner Freizeit mit dem Fotoapparat unterwegs ist, sucht er nach natürlichen Lichtverhältnissen, die Spannung erzeugen. Auf dem Foto ist seine Mitbewohnerin Nora auf dem Dach ihres Wohnhauses zu sehen. Obwohl mitten im Szeneviertel Friedrichshain aufgenommen, strahlt das Foto für Marcel eine ganz eigene, ruhige Atmosphäre aus. (Aniko Schusterius)

Teil 2: Adrian ist eine Bereicherung. Seit einiger Zeit treibt sich der Sänger einer Metalband und passionierte Hobbyfotograf in der Berliner Untergrundszene rum und hat sich zum Ziel gesetzt, Melancholie zu verbreiten. So denkt man zumindest, wenn man sich Adrians Portfolio voller Kontraste vor Augen führt. Allerdings ist in jedem Fall eine Botschaft wichtig, geistlose Modelbilder mit amateurhaft gezogener Vig-nette sind ihm offenbar ein Graus. Ein junger Mensch, der sein Augenmerk auf das legt, was ihn umgibt, und das ausdrückt, was ihn bewegt. Was gibt es denn Wichtigeres? Ein düsterer, ästhetischer Blick auf die Welt, der nichts an Schönheit einbüßt. (Hannes Beyer)

Teil 3: Claire Johanna hat eine Stadt fotografiert, die sie noch nicht sehr gut kennt. Von einem Ort aus, der ihr Geheimnis bleibt. Das Foto steht für einen neuen Lebensabschnitt der 20-Jährigen, die erst vor wenigen Jahren nach Berlin zog. Sie hatte Spaß daran, sich mit der Kamera auszuprobieren. Doch erst in Berlin fand sie den Mut und Zuspruch, ihrer Leidenschaft der Fotografie professionell nachzugehen. Heute ist ihre Kamera ihr täglicher Begleiter. Sie fasziniert es, Emotionen und Ausdrücke einzufangen, sodass jeder sie miterleben kann. Besonders schön ist es für Claire, wenn sie Menschen mit ihrer Arbeit glücklich machen kann. (Alma Dewerny)

Teil 4: Mithilfe ihrer Kamera dokumentiert Vanessa Neubauer nicht nur die Augenblicke, die sie durch die Linse sieht, sondern hält in jedem Bild auch ein Stück weit ihre Gedanken fest. Bei einem Spaziergang durch die Szenerie Berlins entdeckt sie hinter jeder Ecke ein neues potenzielles Motiv. Auf der Suche nach spannenden Schauplätzen entstand auch dieses Foto aus dem Bereich der „Street Photography“. Das Motiv einer Plastiktüte zwischen Scherben und Verpa-ckungsresten trägt für sie große Verletzlichkeit und Symbolik in sich. Denn es spiegelt Straßenszenen wider, wie sie überall in der Welt zu finden sind. (Aniko Schusterius)

Teil 5: Kenny ist 19. Gemessen an der Qualität, die er mit seinen Bildern liefert, ist das ein absolutes Novizenalter. Seine Leidenschaft begann früh, er hat von seinem Bruder die Grundlagen gelernt und seine Fähigkeiten über die Jahre ausgebaut. Aktuell macht er eine Ausbildung zum Fotografen, steht also bald mit beiden Beinen im Berufsleben – wie immer hinter der Linse. Sein Portfolio glänzt durch Ästhetik, reduzierte Bildelemente und eine persönliche Note. Genau das Richtige, um Trends mitzubestimmen. Die Zukunft ist jung, und Kenny ist ein gutes Beispiel dafür. (Hannes Beyer)

Anlässlich des European Month of Photography (EMOP) in Berlin machen wir unser eigenes Ding. Du willst mitmachen und den Blick auf unbekannte Foto-Talente lenken? Wir tracken den Hashtag #spreemop.