Autor: Margarethe Neubauer

Schreiben ist meine Neurose. Ich mache das wirklich nicht freiwillig. An pathologischer Schreibwut leide ich etwa seit meinem neunten Lebensjahr. Heute bin ich 24. Sie äußert sich in der übermäßigen Produktion von Texten, dabei reagiere ich sensibel auf gute Geschichten. Schreiben ist mein Plüsch–Airbag gegen Schleudertraumata im täglichen Gedankenkarussell, Weckglas für klebrig-süße Memoirenmarmelade und die doppelte Aspirin am Morgen nach einem exzessiven Empfindungsrausch. Ich habe eine Schwäche für Präpositionen mit Genitiv, Schachtelsätze und Ironie. In die Redaktion komme ich nur, weil es da umsonst Tee gibt.
Aufkleber aus der Provinz auf einem Berliner Pfosten
Klartext

Ein Herz für Zugezogene

Eine genervte Autorin schreibt in der „Furios“ über jammernde Neuberliner. Eine Replik. Schneller, lauter, bunter – der Puls unserer Millionenstadt verursacht bei vielen…