Kostenlos quer durch Europa reisen und dabei auch noch Spenden sammeln? Das ist kein Traum, sondern das Konzept des Charity-Reisewettbewerbs BreakOut.

Bereits zum dritten Mal sind die Teilnehmenden von BreakOut in nur 36 Stunden so weit wie möglich gereist, ohne Geld dafür auszugeben. Umso mehr Kilometer zurückgelegt werden, desto größer ist die Spendensumme – und der Spaß sowieso.

Sarah und Sabou haben schon 2016 ihre ersten BreakOut-Erfahrungen gesammelt und sind nun erneut aus Berlin gestartet. Dieses Mal sind die 22-Jährigen als Team „Mitose“ ohne genauen Plan südwärts Richtung Mittelmeer losgetrampt. Letztendlich bleibt es ohnehin eine Überraschung, wo man Freitagabend landet.

Ehe der Rucksack gepackt wird, müssen die Abenteuerlustigen sich jedoch nach Sponsoren umsehen. Freunde, Familie und Start-Ups lassen sich oft schnell begeistern. Bei größeren Firmen gestaltet sich die Suche deutlich schwieriger. „Und über E-Mail funktioniert das überhaupt nicht“, erklärt Sarah. Die Sponsorengelder werden an gemeinnützige Organisationen gespendet. Dieses Jahr kooperierte BreakOut mit dem Verein Jambo Bukoba, der Regenwassertanks an tansanischen Schulen baut und sich für Sportunterricht in Tansania einsetzt. So sollen die Schüler für Themen wie Gesundheit und Gleichberechtigung sensibilisiert werden.

Mithilfe von freundlichen Autofahrern schafften es Sarah und Sabou innerhalb von 36 Stunden kostenlos von Berlin über München und Ljubljana nach Split zu reisen

Um neun Uhr morgens wurden in Berlin die letzten Sekunden bis zum Start gezählt. Statt sofort zur nächsten Haltestelle zu eilen, haben Sarah und Sabou allerdings zunächst eine der Challenges erledigt, die sich die Sponsoren ausgedacht haben: Erst nach einer Runde Bierball mit dem Orga-Team ging es wirklich los. Die kostenlose Fahrt mit dem X9 klappte gleich auf Anhieb. Im Gegensatz zum letzten Jahr konnten sie aber niemanden finden, der ihnen ein Flugticket spendierte. Stattdessen trampten die Mädchen zur Raststätte Grunewald und erwischten dort direkt eine Mitfahrgelegenheit bis kurz vor Hof.

Von dort aus ging es weiter Richtung Süden bis zu einem Rasthof „irgendwo so mitten im Nichts“ hinter München und danach Richtung Bulgarien. Darauf folgten viele erfolglose Versuche, eine kostenlose Mitfahrgelegenheit zu ergattern. Schließlich stießen die beiden auf einen Ehemann, der eigentlich nur für seine schwangere Frau Schokolade gekauft hatte. Abgesehen von der erstandenen Schokolade brachte er auch Team Mitose zurück zum Auto und so wurden die beiden bis zu einem Hostel in Ljubljana chauffiert.

Um sicherzustellen, dass es den Teams gut geht, muss mindestens alle zwei Stunden eine Reise-Update hochgeladen werden. Andernfalls meldet sich die Service-Zentrale und erkundigt sich nach den Teilnehmern. Auf diese Weise möchte BreakOut die Sicherheit der Teams gewährleisten. Zwar ist das posten aufgrund der oftmals schlechten Internetverbindung besonders bei Videos nicht immer einfach, aber durch die vielen Beiträge entsteht nebenbei eine bunte Ansammlung an Erinnerungen an die Tour. Auf der BreakOut-Seite werden die Posts live veröffentlicht und ihr könnt sie euch auch jetzt im Nachhinein noch ansehen.

Durch vielseitige Challenges sammeln die Teilnehmer Geld und haben nebenbei noch eine Menge Spaß während ihrer Reise

„Ljubljana ist eine richtig schöne Stadt“, schwärmt Sarah. Nach der Ankunft haben Sarah und Sabou dort einige Challenges erledigt. Dabei sind die Arten der Aufgaben immer sehr unterschiedlich: Diesmal reichte das Spektrum vom Bau einer menschlichen Pyramide bis zum Singen von „Happy Birthday“. Für Spreewild hat Team Mitose eine kroatische Zeitung gekauft und Fremde nach ihren Tagesthemen und ihren Assoziationen mit Deutschland gefragt.

Am nächsten Tag gab es allerdings ein kleines Missgeschick. „Wir sind erstmal in die falsche Richtung gefahren!“, erzählen die beiden. Dafür durften sie sich später mit einem Hund die Rückbank teilen. Durch die Hilfe drei junger Männer erreichten Sarah und Sabou schließlich noch die kroatische Küste vor Ablauf der Zeit. Diese fuhren nämlich einen zweistündigen Umweg, nur um sie bis ins Zentrum von Split zu bringen. Somit blieb den beiden noch genug Zeit, um die restlichen Challenges zu erfüllen.

Am Sonntag ging es dann zurück nach Deutschland – dieses Mal mit einem gekauften Flugticket. Am Ende zieht das Team Mitose Bilanz: Sie haben innerhalb von 36 Stunden 1.028 km zurückgelegt und auf diese Weise 1014.55 Euro Spendengelder eingenommen.

Mit ein paar Tipps gelingt das Trampen leicht und das gute Gefühl am Ende des Tages überwindet die kleinen Rückschläge

Nach zwei BreakOut-Reisen haben Sarah und Sabou schon einige Tipps für das nächste Mal gesammelt. Essentials wie Musikboxen, Proviant, Schlafsack und Sonnencreme sollte man keinesfalls vergessen. Auch beim Trampen muss man Einiges beachten: Die Erfolgsquote ist höher, wenn man potentielle Chauffeure direkt anspricht und vom Projekt erzählt. Mit einem Schild an der Straße zu stehen ist oftmals erfolglos. Außerdem lohnt es sich, nur bei längeren Strecken mitzufahren und nicht alle zwei Stunden nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen. Wichtig ist außerdem, dass die Teams darauf achten, ob trampen überhaupt erlaubt ist: „Letztes Jahr in Spanien war das eigentlich verboten.“

Trotz dieser kleinen Stolpersteine möchte Sarah noch so oft wie möglich an dem Projekt teilnehmen. „Sofort wieder! Und ich muss noch alle meine Freunde überzeugen, mitzumachen!“ Es ist nicht nur die finanzielle Unabhängigkeit, die Spaß an dieser Art des Reisens macht. Denn wenn man am Ende des Tages einen Blick auf die Karte wirft und sieht, wie weit man gekommen ist, ist das ein unvergleichbares Gefühl. Insgesamt wurden in diesem Jahr von den Teams 121 267 Kilometer zurückgelegt und 97 556 Euro Spendengelder für Jambo Bukoba gesammelt.

Hast du auch Lust neue Orte und Menschen kennenzulernen und gleichzeitig etwas Gutes zu tun? Dann guck hier wie du am BreakOut 2018 teilnehmen kannst.